ZDv 3/13 Das Gewehr G3 (Bundeswehr, 1978; amended 1999)
Bundesministerium der Verteidigung
Bonn, 13. Dezember 1978
Ich erlasse die Zentrale Dienstvorschrift
Das Gewehr G3
ZDv 3/13
Im Auftrag
(Brandt)
Die HDv 215/2 - LDv 215/2 "Die Ausbildung mit dem Gewehr G3", Ausgabe Juni
1961 und die Anweisung für die Ausbildung Nr. 81 Einsteckgerät Gewehr G3 für
Patrone 5,6 mm x 16", Ausgabe Dezember 1970 treten hiermit außer Kraft.
Federführung HA ll 4
Hinweis der Fa. Breuer-Computerpublishing zum Aktualisierungsgrad:
Die hier abgebildete ZDv 3/13 beinhaltet alle
Änderungen einschl. Änderung Nr. 38 vom 08.01.1999.
Lutzerath, den 18.08.1999
1-4
Vorbemerkung
1. Diese Dienstvorschrift beschreibt das Gewehr G3. Im Rahmen der Ausbildung
an Waffen und Gerät aller Truppen soll der Soldat lernen, das Gewehr funktionsund unfallsicher zu handhaben, zu pflegen und einsatzfähig zu halten. Die
Handhabung ist drillmäßig zu üben; auf das Erkennen und Beseitigen von
Störungen ist besonderer Wert zu legen. Auf die vorschriftsmäßige Handhabung
der Waffe ist auch im Gefechtsdienst aller Truppen ständig zu achten.
2. Textteile, die nur für den Ausbilder von Bedeutung sind, tragen den Vermerk
"Hinweis für den Ausbilder".
3. Dienstvorschriften, deren Kenntnis Voraussetzung ist oder die mit dem Inhalt
der ZDv 3/13 in Zusammenhang stehen, sind aus Anlage 1 ersichtlich.
4. In dieser Dienstvorschrift ist die Handhabung des Gewehrs G3 für
Rechtsschützen beschrieben. Linksschützen verfahren sinngemäß.
Inh 1
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1
I.
II.
III.
Allgemeine Angaben
Bezeichnung
Verwendungsmöglichkeiten
Technische Daten
101-109
101-102
103-108
109
Kapitel 2
I.
II.
III.
IV.
Beschreibung
Baugruppen
Zubehör
Zusammenwirken der Teile
Munition
201-219
201-212
213
214-215
216-219
Kapitel 3
I.
II.
III.
IV.
301-336
301-306
307-317
318-323
V.
Bedienung
Grundsätze
Trageweise
Zerlegen und Zusammensetzen
Ladetätigkeiten, Schußabgabe,
Magazinwechsel
Beseitigen von Störungen
Kapitel 4
I.
II.
III.
IV.
Optische Zielgeräte
Allgemeines
Zielfernrohr für Gewehr
Infrarot-Zielgerät für Handwaffen
Bildverstärker-Zielfernrohr für Handwaffen
401-421
401-405
406-411
412-415
416-421
Kapitel 5
I.
II.
III.
Übungsgeräte
Allgemeines
Manöverpatronengerät
Übungsverschluß Gewehr G3
für Übungspatrone 7,62 mm x 51
Übungsschießgerät Einsteckrohr Gewehr G3
für Patronen 5,6 mm x 16
Lichtpunktgewehr
501-534
501
502-506
IV.
V.
324-335
336
507-517
518-528
529-534
lnh 2
Kapitel 6
I.
II.
III.
IV.
Technische Durchsicht und Pflege
Allgemeines
Reinigung
Waffenappell
Anschießen und Justieren
601-630
601-605
606-620
621-628
629-630
Kapitel 7
I.
II.
Sicherheitsbestimmungen
Allgemeines
Besondere Bestimmungen
für die Verwendung von Manövermunition
701-712
701-706
707-712
Anhang
Anlage 1
Anlage 2
Anlage 3
Anlage 4
Anlage 5
Anlage 6
Anlage 7
Dienstvorschriftenübersicht
Munitionsübersicht
Vorbereitung und Durchführung einer Hauptreinigung und eines Waffenappells
Muster für einen Appellbericht
10 Gebote für den Gewehrschützen
Flugbahn und Schußtafel
Justieren des Gewehres G3
Stichwortverzeichnis
Änderungsnachweis (Anm. d. Red.: hier nicht vorhanden)
Änderungsvorschlag (Anm. d. Red.: hier nicht vorhanden)
1
2/1-5
3/1-5
4/1-2
5/1-2
6
7/1-4
101-102/1
Kapitel 1
Allgemeine Angaben
1. Bezeichnung
101. Das Gewehr G3 ist eine automatische Handwaffe (Rückstoßlader)
mit Magazinzuführung für Einzelfeuer und Feuerstöße. Die vollständige
Bezeichnung der Waffe lautet:
Gewehr G3, Kaliber 7,62 mm x 51.
102. Je nach Ausführung der Waffe sind zu unterscheiden:
- Gewehr G3A1 mit einschiebbarer Schulterstütze (alte Ausführung) mit
Handschutz aus Holz,
- Gewehr G3A2 mit Schulterstütze und Handschutz aus Holz,
- Gewehr G3A3 mit Schulterstütze und Handschutz aus Kunststoff (Bild 101),
- Gewehr G3A3 ZF wie Gewehr G3A3, jedoch mit Zielfernrohr (Bild 102),
- Gewehr G3A4 wie Gewehr G3A3, jedoch mit einschiebbarer Schulterstütze
(Bild 103).
Soweit nicht logistische Zwecke die genaue Bezeichnung erfordern, gelten die
Bezeichnungen:
- „Gewehr G3 für Gewehr G3A3 und G3A2,
- „Gewehr G3 mit Zielfernrohr" für Gewehr G3A3 ZF,
- „Gewehr G3 mit einschiebbarer Schulterstütze" für Gewehr G3A4 und G3A1.
103-108
II. VerwendungsmögIichkeiten
103.
Mit dem Gewehr schießt der Soldat
- EinzeIfeuer als Präzisionsschuß, Schnellschuß und beim Sturmschießen im
abgesessenen Einsatz,
- kurze Feuerstöße in der Sturmabwehr, im Nahkampf, beim Kampf von
Fahrzeugen, beim Deutschießen und gegen Flugziele.
104. Die Verwendung eines Zielfernrohrs, eines Infrarot-Zielgeräts für
Handwaffen oder eines Bildverstärker-Zielfernrohrs für Handwaffen ist ohne
Änderung des Gewehrs möglich (Nrn. 406 bis 421).
105. Ein Manöverpatronengerät dient zum Verschießen von Manöverpatronen
7,62 mm x 51 (Nrn. 502 bis 506).
106. Bei Verwendung eines ÜbungsverschIusses können Übungspatronen 7,62
mm x 51 verschossen werden (Nrn. 507 bis 517).
107. Mit dem Übungsschießgerät Einsteckrohr Gewehr G3 werden Patronen 5,6
mm x 16 verschossen (Nrn. 518 bis 528).
108. In der Waffen- und Schießausbildung sind die jeweils verwendeten
Übungsgeräte und die dazugehörige Munition getrennt von Gefechtsmunition
sowie anderen Übungsgeräten und deren Munition zu halten (Nr. 703).
109
III. Technische Daten
109. Wichtige technische Daten sind:
Kaliber
Anzahl der Patronen im Magazin
Größte Schußweite
Kampfentfernung gegen Erd- und Luftziele bis
Kampfentfernung mit Zielfernrohr bis
Theoretische Schußfolge im Feuerstoß
Anfangsgeschwindigkeit (V.)
Visierstellbereich
Gewichte
Waffe mit fester Schulterstütze, ohne Magazin
Waffe mit einschiebbarer Schulterstütze, ohne
Magazin
7,62 mm
20
3700 m
300 m
600 m
500 bis 600
Schuß/min
780 bis 800 m/s
Lochkimme mit
200,300,400 m
und Grobvisier
4,40 kg
4,70 kg
201-202
Kapitel 2
Beschreibung
I. Baugruppen
201. Das Gewehr G3 besteht aus den Baugruppen (Bild 201)
(1) Rohr mit Gehäuse und Anbauteilen,
(2) Verschluß,
(3) Griffstück mit Abzugseinrichtung und Sicherung
(4) Bodenstück mit Schulterstütze,
(5) Handschutz,
(6) Magazin.
202. Das Gehäuse (Bild 202) verbindet Rohr, Lade- und Visiereinrichtung
miteinander. Es nimmt den Verschluß auf. Der hintere Teil des Gehäuses ist
kastenförmig ausgebildet. Er hat zwei Bohrungen zur Aufnahme der Haltebolzen,
die das Bodenstück und das Griffstück mit dem Gehäuse verbinden. Am vorderen
Teil des Gehäuses befindet sich der Magazinschacht mit dem Magazinhalter. Der
Magazinschacht nimmt in Verbindung mit dem Magazinhalter das Magazin auf.
Auf der rechten Seite des Gehäuses ist die Öffnung für den Hülsenauswurf mit
Hülsenabweiser (Bild 104). Auf dem Gehäuse befindet sich das Drehvisier, vor
dem Visierfuß eine Aussparung zur Aufnahme des Zielfernrohrhalters. Links und
rechts am Gehäuse dienen je zwei Ausfräsungen dem Eingreifen der
Spannkrallen des Zielfernrohrhalters.
203-205/1
203. Das Durchladerohr (Bild202) ist mit dem Gehäuse fest verbunden. Im
Durchladerohr gleitet der Spannhebel. Mit dem Spannhebel wird der Verschluß
zurückgezogen. Links seitlich hat das Durchladerohr eine Längsöffnung, die
hinten zum Einlegen des Spannhebels erweitert ist. Damit kann der Verschluß in
der hintersten Stellung festgelegt werden.
204. Im Rohr (Bild 203) wird die Patrone gezündet und dem Geschoß Bewegung,
Richtung und Drehung (Drall) gegeben. Das Rohrinnere wird unterteilt in das
Patronenlager und den gezogenen Teil.
In den gezogenen Teil sind vier Züge eingearbeitet. Das Patronenlager ist mit
zwölf Entlastungsrillen versehen, die zusammen mit dem Gasdruck das
Ausziehen der Hülse erleichtern.
205. Die Längsschlitze des Mündungsfeuerdämpfers (Bild 204) zerteilen die aus
der Rohrmündung austretenden noch brennenden Pulvergase und halten damit
das Mündungsfeuer klein. Der Mündungsfeuerdämpfer muß bis zum Anschlag
auf das Rohr aufgeschraubt sein. Die Ringfeder rastet im Rohrbund ein. Sie
sichert den Mündungsfeuerdämpfer gegen unbeabsichtigtes Lösen.
206-207
206. Die Visiereinrichtung (Bild 202) besteht aus dem feststehenden Korn im
Kornhalter und dem verstellbaren Drehvisier. Der obere Teil des Kornhalters ist
als Kornschutz ausgebildet. Die Visiertrommel des Drehvisiers mit V-Kimme
(Grobvisier) und Lochkimmenbohrungen ist auf die Zahlen 1 bis 4 einstellbar. Die
Zahlen 2, 3, und 4 entsprechen den Entfernungen 200 m, 300 m und 400 m. Bei
Zielentfernungen unter 200 m ist grundsätzlich die Einstellung 2 zu wählen,
soweit nicht die Einstellung 1 (Grobvisier) erforderlich ist.
Das Zielen mit V-Kimme als Grobvisier erfolgt beim
- Deutschießen,
- Schießen vom Schützenpanzer,
- Sturmabwehrschießen,
- Schießen auf nahe, sich schnell bewegende Ziele,
- Schießen bei Nacht oder schlechter Sicht und
- Schießen auf Flugziele.
207. Der Verschluß (Bild 205) besteht aus
- Verschlußträger mit Schließfederrohr und Sperrhebel,
- Verschlußkopf mit Verriegelungsrollen und Auszieher,
- Steuerstück,
- Schlagbolzen und
- Schlagbolzenfeder.
Der Verschluß wird im Gehäuse geführt und schließt beim Schießen in
Verbindung mit der Patronenhülse das Patronenlager nach hinten ab. Er dient
außerdem zum Zuführen und Zünden der Patrone, zum Ausziehen und
Auswerfen der Patronenhülse und zum Spannen des Schlaghebels.
208/1
208. Das Griffstück (Bild 206) nimmt das Abzugsgehäuse auf und ist durch den
Haltebolzen mit dem Gewehrgehäuse verbunden.
Hinweis für den Ausbilder
Im Abzugsgehäuse (Bild 207) befindet sich die Abzugseinrichtung.
Sie besteht aus
- Abzug,
- Abzugshebel,
- Schlaghebel mit Rasten für Einzelfeuer und Feuerstoß,
- Gabelbolzen mit Druckfeder für den Schlaghebel,
- Fangklinke,
- Abzugsschenkelfeder,
- Amboß für den Schlaghebel und
- Sicherungswelle (Bild 214).
208/2
Zum Ausbau des Abzugsgehäuses aus dem Griffstück ist der Sicherungshebel
von der Stellung "Sicher" (S) so weit nach links oben zu schieben, bis er fast
senkrecht steht. Sicherungshebel und Abzugsgehäuse lassen sich dann ohne
Gewaltanwendung herausnehmen.
209-210
209. Die Sicherung (Bild 208) hält das im Griffstück eingesetzte Abzugsgehäuse
fest. An der linken Seite des Griffstücks ist der Sicherungshebel wahlweise
einstelIbar auf
- S = Sicher (weiß)
- E = Einzelfeuer (rot)
- F = Feuerstoß (rot).
Ein weißer Markierungsstrich zeigt auch auf der rechten Seite des Griffstücks die
Stellung des Sicherungshebels an.
210. Das Bodenstück mit fester Schulterstütze ist gegen das Bodenstück mit
einschiebbarer Schulterstütze austauschbar (Bild 209).
Das Bodenstück nimmt den Verschlußpuffer und das Federführungsrohr mit
Schließfeder auf.
Der Verschlußpuffer bremst nach dem Schuß den Rücklauf des Verschlusses
und bringt ihn in Verbindung mit der Schließfeder wieder in die vorderste Stellung.
Die Schulterstütze dient zur Handhabung des Gewehrs und zum Einziehen der
Waffe in die Schulter. Auf der linken Seite der Schulterstütze ist der Halter für den
Trageriemen eingelassen. Der Trageriemen wird auch als Anschlaghilfe benutzt.
Er ist vorn mit einem Karabinerhaken in einer Öse am Kornhalter eingehängt.
Wird das Gewehr zerlegt, dienen die Hohlnieten zur Aufnahme der Haltebolzen.
211-213
211. Der Handschutz umschließt das Rohr von unten. Er erleichtert die
Handhabung des Gewehrs und schützt bei heißgeschossenem-Rohr vor
Verbrennungen. Der Handschutz ist hinten in eine Ausnehmung des Gehäuses
eingeschoben und vorn mit einem Haltebolzen befestigt.
212. Das Magazin (Bild 210) dient zur Aufnahme und Zuführung der Patronen. Es
ist ein gerades Stangenmagazin und faßt 20 Patronen. Es besteht aus dem
Magazingehäuse, dem Zubringer mit Zubringerfeder und dem Magazinboden.
II. Zubehör
213. Das Zubehör(Bild211) zum Gewehr G3 besteht aus
- 2 Magazintaschen,
- Mündungskappe,
- Waffenreinigungsgerät für Kaliber 7,62 mm bis 9 mm,
- 5 Magazinen und
- Trageriemen.
Hinweis für den AusbiIder
III. Zusammenwirken der TeiIe
214. Das Gewehr G3 ist ein Rückstoßlader mit halbstarrem RoIIenverschIuß, der
nach dem Prinzip eines übersetzten Massenverschlusses arbeitet.
a) Wirkungsweise des Verschlusses:
Bei fertiggeladenem und entsichertem Gewehr wird durch Zurückziehen des
Abzugs der gespannte Schlaghebel frei. Er schlägt auf den Schlagbolzen, der mit
seiner Spitze auf das Anzündhütchen im Patronenboden stößt und damit die
Patrone zündet (Bild 212). Die Pulvergase treiben das Geschoß aus dem Rohr.
Gleichzeitig drükken sie auf die Patronenhülse. Der Hülsenboden überträgt einen
Teil des Gasdrucks als Rückstoß über den Verschlußkopf, die Verriegelungsrollen und das Steuerstück auf den Verschlußträger. Damit werden die
Entriegelung und der Verschlußrücklauf eingeleitet.
214/2
Hinweis für den Ausbilder
b) Die durch das Steuerstück zunächst noch nach außen gedrückten
Verriegelungsrollen verhindern den sofortigen Rücklauf des Verschlußkopfes.
Erst nach einem Druckaufbau an den Schrägflächen des Verriegelungsstücks
werden die Verriegelungsrollen nach innen gezwungen und drücken das
Steuerstück über seine Schrägflächen nach hinten. Dadurch ist ein
Übersetzungsverhältnis von 1:4 gegeben, das heißt, geht der Verschlußkopf 1
mm zurück, hat das Steuerstück bereits 4 mm zurückgelegt. Gleichzeitig wird
beim Zurückgleiten des Verschlußträgers der Sperrhebel gegen den Druck seiner
Feder aus der Rast des Verschlußkopfes gedrückt. Verschlußkopf und
Verschlußträger trennen sich um etwa 4 mm. Diese beiden Verzögerungen sind
notwendig, um eine vorzeitige Entriegelung des Verschlusses zu verhindern,
solange sich das Geschoß noch im Rohr befindet.
c) Der zurücklaufende Verschluß zieht mit dem Auszieher die Hülse aus dem
Rohr (Bild 213) und spannt den Schlaghebel und die Schließfeder. Die Hülse
stößt gegen den Auswerfer und wird ausgeworfen. In der hintersten Stellung läuft
der Verschluß gegen den Verschlußpuffer im Bodenstück. Der Hülsenabweiser
verhindert einen Auswurf der Patronenhülse nach rechts bzw. rechts rückwärts.
Hinweis für den Ausbilder
d. Die gespannte Schließfeder bringt den Verschluß wieder nach vorn. Dabei wird
mit der Stirnfläche des Verschlußkopfes die oberste Patrone aus dem Magazin in
das Patronenlager gestoßen. Der Auszieher greift in die Ausziehrille der Patrone,
die Verriegelungsrollen werden durch das Steuerstück in die Abstützflächen des
Verriegelungsstücks gedrückt. Jetzt tritt der Sperrhebel in die Rast des
Verschlußkopfes und verhindert damit, daß dieser zurückprallt. Die Waffe ist
wieder schußbereit.
215. Wirkungsweise der Abzugseinrichtung
a. Beim Vorlauf des Verschlusses drückt der Verschlußträger den Auslösehebel
nach unten. Dabei schwenkt die Fangklinke nach vorn und tritt aus der Rast für
Feuerstoß des Schlaghebels (Bild 214).
b. Bei Stellung S (Sicher) und E (Einzelfeuer) des Sicherungshebels stützt sich
der Schlaghebel mit seiner Rast für Einzelfeuer gegen den Abzugshebel ab (Bild
214). Gegen den Druck des Druckbolzens mit Feder geht der Abzugshebel in
seinem Langloch ca. 1,5 mm zurück und setzt sich über den Abzugsstollen (Bild
215).
c. Steht der Sicherungshebel auf S, wird der Abzug in dieser Stellung durch die
Sicherungswelle blockiert und kann nicht zurückgezogen werden (Bild 214).
215/3
Hinweis für den Ausbilder
d. Steht der Sicherungshebel auf E, gibt die Sicherungswelle dem Abzug einen
begrenzten Weg frei. Beim Zurückziehen des Abzugs wird zunächst die Stellung
"Druckpunkt" erreicht, das heißt, der Abzugsstollen berührt den Abzugshebel.
Beim weiteren Zurückziehen des Abzugs schwenkt der Abzugshebel aus der
Rast für Einzelfeuer und gibt den Schlaghebel frei. Dieser schlägt auf den
Schlagbolzen; der Schlagbolzen zündet die Patrone (Bild 216).
Gleichzeitig wird der Abzugshebel vom gespannten Schlaghebel frei und geht
unter dem Druck seines Druckbolzens mit Feder im Langloch nach vorn. Die
Fangklinkenfeder mit Ablaufrolle schwenkt den vorderen Teil des Abzugshebels
nach oben, der hintere Teil tritt in die Rast für den Abzugshebel am
Abzugsstollen.
Der zurücklaufende Verschluß drückt den Schlaghebel gegen den Druck seiner
Feder nach hinten. Dabei rastet zuerst der Abzugshebel in die Rast für
"Einzelfeuer", unmittelbar danach die Fangklinke in die Rast für "Feuerstoß" ein
(Bild 217).
Hinweis für den Ausbilder
Nach der Bewegungsumkehr drückt der Verschluß den Auslösehebel nach unten
und löst die Fangklinke aus. Der Schlaghebel wird nur vom Abzugshebel
gehalten. Eine Bewegung des Abzugshebels ist jetzt nicht möglich, da sich der
Abzugshebel bei noch zurückgezogenem Abzug in der Rast für Einzelfeuer am
Schlaghebel und der Rast am Abzugsstollen abstützt.
Um den nächsten Einzelschuß abfeuern zu können, muß der Schütze den Abzug
loslassen. Dabei drückt der Schlaghebel den Abzugshebel ca. 1,5 mm nach
hinten. Der Abzugshebel setzt sich über den Abzugsstollen. Der nächste
Einzelschuß ist möglich.
e. Steht der Sicherungshebel auf F (Feuerstoß), gibt die Sicherungswelle einen
längeren Weg für den Abzug frei (Bild 218). Solange der Schütze den Abzug
zurückgezogen hat und Patronen im Magazin sind, schießt die Waffe weiter.
Beim Zurückziehen des Abzugs wird der erste Schuß wie bei Stellung E
(Einzelfeuer) ausgelöst. Durch den längeren Abzugsweg wird der Abzugshebel
jedoch so weit nach unten geschwenkt, daß er den Schlaghebel nicht mehr
fangen kann. Der Schlaghebel wird jetzt von der Fangklinke gehalten.
Der vorlaufende Verschluß drückt den Auslösehebel nach unten, löst die
Fangklinke aus und gibt den Schlaghebel frei. Läßt der Schütze den Abzug los,
schwenkt der vordere Teil des Abzugshebels wieder nach oben und fängt den
Schlaghebel in der Rast für Einzelfeuer. Der Feuerstoß wird beendet. Dabei ist
der Schlaghebel gespannt, der Verschluß in vorderster Stellung.
IV. Munition
216. AusdemGewehrG3werdenfolgendePatronenverschossen:
- Gefechtspatrone 7,62 mm x 51 mit und ohne Leuchtspur für Schulschießen,
Gefechtsschießen und Gefechtsübungen mit Gefechtsmunition,
- Übungspatrone 7,62 mm x 51 mit und ohne Leuchtspur für das Schießen der
Vorübungen und auf kurze Entfernungen,
- Manöverpatrone 7,62 mm x 51 für die Gefechtsausbildung und Gefechtsübungen.
Eine Übersicht über die Munition und ihre Bezeichnungen enthält Anlage 2.
217. Es ist nur einwandfreie Munition zu verwenden. Sie darf nicht verschmutzt,
oxydiert oder beschädigt sein. Patronen mit lose sitzenden Geschossen dürfen
nicht verschossen werden.
218. Rohrbelastung
Nach dem Verschießen von 100 Patronen im schnellen Einzelfeuer oder in
kurzen Feuerstößen muß das Rohr auf Handwärme abkühlen, bevor
weitergeschossen werden darf.
219. Mit der Exerzierpatrone 7,62 mm x 51 (Anlage 2) werden das Laden und
Entladen der Waffe sowie das Füllen und Entleeren des Magazins geübt. Es ist
darauf zu achten, daß die Patronenspitze nicht beschädigt ist. Beschädigte
Exerzierpatronen sind auszusondern.
301-303
Kapitel 3
Bedienung
1. Grundsätze
301. Das Gewehr ist stets so zu handhaben und zu bedienen, daß
Treffgenauigkeit und Funktionssicherheit erhalten bleiben und niemand gefährdet
wird.
Ist der Ladezustand eines Gewehres unbekannt, ist es so zu behandeln, als sei
es fertiggeladen.
Alle Ladetätigkeiten sowie das Zerlegen und Zusammensetzen sind nur bei
gesichertem Gewehr vorzunehmen.
Das Gewehr ist teilgeladen, wenn
- das mit Patronen gefüllte Magazin im Magazinschacht eingeführt ist, - sich
noch keine Patrone im Patronenlager befindet und
- der Verschluß in vorderster Stellung steht.
Das Gewehr ist fertiggeladen, wenn
- der Verschluß in vorderster Stellung mit dem Gehäuse verriegelt ist, - der
Schlaghebel gespannt ist und
- sich eine Patrone im Patronenlager befindet.
302. Die Sicherung soll verhindern, daß sich unbeabsichtigt ein Schuß löst. Das
Gewehr bleibt daher außer zum Schießen stets gesichert (Sicherungshebel auf S
= Sicher). Zum Schießen ist das Gewehr erst unmittelbar vor dem
Inanschlaggehen zu entsichern 1); die Mündung muß bereits grob in Zielrichtung
zeigen.
Soldaten, die den Feuerkampf aus einer Deckung führen, zum Beispiel aus einem
Kampfstand, einer Schießscharte oder über die Bordwand eines Kraftfahrzeugs,
müssen die Waffe zuvor aus der Deckung herausgebracht haben.
Nach dem Absetzen - Mündung noch grob in Zielrichtung - ist das Gewehr sofort
wieder zu sichern.
303. Das Gewehr ist stets mit Meldung des Ladezustandes zu übergeben und
dabei vorzuzeigen (Nr. 309). Die Meldungen lauten:
- "Gewehr entladen, Patronenlager frei, entspannt und gesichert" oder
- "Gewehr teilgeladen und gesichert" oder
- "Gewehr fertiggeladen und gesichert".
Der Übernehmende hat die Richtigkeit der Meldung sofort zu prüfen.
Zum Überprüfen des Ladezustands sind die Tätigkeiten wie beim Entladen (Nr.
329) durchzuführen.
1)
Ausnahme: Im Einsatz ist das Gewehr in der Pirschhaltung fertiggeladen und entsichert.
304-308
304. Ein (selbst mit Exerzierpatronen) teil- oder fertiggeladenes Gewehr darf nicht
aus der Hand gelegt werden.
Ausnahmen:
- In der Ausbildung auf Befehl des Ausbilders,
- im Gefecht, wenn ein Auftrag (z. B. Schanzen, Überwinden eines Hindernisses) dazu zwingt.
305. Die Mündung des Gewehrs zeigt zur Schußabgabe in Ziel- oder
Feindrichtung. Bei Bewegungen, Ladetätigkeiten und zur Sicherheitsüberprüfung
zeigt sie in eine Richtung, die die Gefährdung von Personen und Einrichtungen
ausschließt. Spielerischer Umgang mit dem Gewehr kann andere gefährden und
auch zu Schäden an der Waffe führen.
Deshalb ist verboten:
- jeder Umgang mit der Waffe ohne Ausbildungszweck oder Auftrag,
- das Zielen auf Personen (außer in Ausbildung und Einsatz),
- das Spielen an Abzug und Sicherung.
Auch beim Schießen bleibt der Zeigefinger außerhalb des Abzugsbügels, bis der
Schießrhythmus beginnt.
306. Von dem sachgemäßen Umgang mit dem Gewehr hängen seine
Treffgenauigkeit, Funktionssicherheit und Lebensdauer ab. Nie darf Gewalt
angewendet oder das Gewehr geworfen werden. Hartes Aufsetzen oder
Anschlagen der Waffe ist zu vermeiden. Bei einem harten Stoß oder Schlag auf
die Schulterstütze kann sich der Verschluß öffnen und wieder schließen. Hierbei
kann - bei teilgeladenem Gewehr - eine Patrone zugeführt werden. Das Gewehr
ist dann fertiggeladen.
Vor Verschmutzung, vor allem durch Sand, sind besonders Mündung und
Verschlußteile zu bewahren. Störungen beseitigt der Soldat gemäß Nr. 335.
II. Trageweise
307. Die Trageweise der Waffe wählt der Soldat-sofern sie nicht befohlen ist - im
allgemeinen selbst. Sie muß jedoch der Lage entsprechen und darf andere
Soldaten nicht behindern. Andere Trageweisen, als in Nrn. 308 bis 317
beschrieben, sind nicht anzuwenden. Linkshänder wenden die in Nrn. 312 bis 317
beschriebenen Trageweisen sinngemäß umgekehrt an.
Ein Soldat darf höchstens 2 Gewehre tragen. Diese dürfen sich nicht berühren.
308. Innerhalb von Gebäuden (z. B. beim Waffenempfang, vor dem Antreten und
nach dem Wegtreten) wird das Gewehr senkrecht am Körper, entlang des nach
unten gestreckten Armes, getragen. Die rechte Hand hält die Waffe am Griffstück;
die Mündung zeigt nach oben (Bild 301).
309/1
309. Beim Vorzeigen (Bild 302) zur Sicherheitsüberprüfung (auch vor Übergabe
an eine andere Person) und zur Waffendurchsicht faßt der Soldat das Gewehr mit
der rechten Hand am Ende der Schulterstütze und hält die Waffe senkrecht am
Körper. Der Handschutz liegt an der rechten Schulter an, die Auswurföffnung
zeigt nach vorne. Der Verschluß befindet sich in hinterster Stellung, das Magazin
ist entnommen. In der linken Hand hält der Soldat die leeren Magazine.
Zur Sicherheitsüberprüfung (Bild 303) hebt er das Gewehr so an, daß der
Überprüfende durch die Auswurföffnung in das Patronenlager sehen bzw. bei
Nacht mit dem Finger in das Patronenlager fassen oder - bei heißgeschossenem
Rohr - mit Hilfe Rotlichts hineinsehen kann.
310-311
310. Muß der Soldat beide Hände freihalten, hängt er das Gewehr auf den
Rücken (Bild 304) oder, wenn z.B. Rückengepäck hindert, um den Hals.
311. Beim Marsch, wenn nicht mit Feindberührung zu rechnen ist, trägt der Soldat
das Gewehr im allgemeinen umgehängt auf der Schulter (Bild 305).
312/1
In der geöffneten Ordnung ist auch die Trageweise Gewehr untergehängt mit der
Mündung nach vorn zulässig. Dabei wird der Handschutz umfaßt (Bild 306). In
beiden Fällen kann das Gewehr rechts oder links getragen werden.
312. Ist Feindberührung zu erwarten, wird das Gewehr am langen Arm (Hand vor
dem Magazinschacht) getragen (Bild 307).
Zur Verwendung im Nahkampf kann das Gewehr auch mit beiden Händen - linke
Hand am Handschutz, rechte Hand an der Schulterstütze (Bild 308) - gefaßt
werden.
Muß sich der Soldat auf schnelle Feuereröffnung einstellen, trägt er das Gewehr
in Pirschhaltung (Bild 309).
313-314
313. Beim Kriechen auf Knien und Händen wird der Trageriemen des Gewehrs
über den Nacken gehängt. Die Mündung zeigt nach links, der rechte Arm wird vor
der Waffe aufgestützt (Bild 310).
314. Beim Gleiten auf Ellenbogen und Fußspitzen wird das Gewehr
mit der linken Hand am Handschutz und der rechten Hand an der
Schulterstütze gehalten. Die Auswurföffnung zeigt nach oben (Bild 311).
315-316/1
315. Beim Gleiten auf Unterarmen und Fußspitzen faßt die rechte Hand
den Trageriemen kurz unterhalb des Karabinerhakens. Das Gewehr liegt auf dem
Unterarm; die Auswurföffnung zeigt nach oben (Bild 312). Zur Erleichterung der
Gleitbewegungen kann der Soldat das Gewehr auch jeweils um Armlänge
vorauslegen.
316. Hinlegen mit Gewehr
1. Linken Fuß mit weitem Ausfallschritt nach vorn setzen,
2. gleichzeitig Gewehr mit der linken Hand am Handschutz fassen, Mündung
etwas angehoben (Bild 313),
3. auf das rechte Knie niederlassen,
4. Oberkörper nach vorn beugen, flach auf den Boden legen (hierbei stützen
zunächst das linke Knie, dann die rechte Hand und zuletzt der linke
Ellenbogen den Körper),
5. Gewehr wieder mit der rechten Hand übernehmen und mit dem Handschutz
auf den linken Unterarm legen, Magazin vom Körper abgewandt (Bild 314);
Mündung und Verschlußteile dürfen den Boden nicht berühren.
317
317. Aufstehen mit Gewehr
1. Gewehr mit der linken Hand am Handschutz fassen, Mündung etwas
angehoben,
2. auf die rechte Hand stützen,
3. gleichzeitig das rechte Bein möglichst nahe an den Leib heranziehen, ohne
dabei den Oberkörper vom Boden zu heben (Bild 315),
4. mit der rechten Fußspitze festen Halt schaffen,
5. mit der rechten Hand und dem rechten Fuß vom Boden abdrücken,
6. mit großem Ausfallschritt des linken Beins nach vorn schnellen und aufrichten,
7. gleichzeitig das Gewehr mit der rechten Hand am Handschutz übernehmen,
Hinweis für den Ausbilder
Bei allen Bewegungsarten ist darauf zu achten, daß Mündung, Rohr, die
gleitenden Teile des Verschlusses und das Magazin sauber bleiben. Pausen in
der Ausbildung und bei Übungen sind grundsätzlich dazu zu nutzen, den
Soldaten zum Überprüfen und, wenn erforderlich, Reinigen seiner Waffe zu
veranlassen.
III. Zerlegen und Zusammensetzen
318. Die Waffe wird ohne Werkzeug zerlegt und zusammengesetzt.
Jede Gewaltanwendung ist verboten.
Der Soldat darf das Gewehr nur so weit zerlegen, wie es diese Dienstvorschrift beschreibt.
Die Waffenteile dürfen nicht mit Teilen anderer Gewehre vertauscht
werden. Verschlußträger, Verschlußkopf und Steuerstück sind mit den drei letzten
Ziffern der Waffen-Nummer gekennzeichnet.
Zerlegen und Zusammensetzen des Magazins sind in Nr 614 beschrieben.
319. Reihenfolge der Tätigkeiten beim Zerlegen des Gewehrs:
1. Gewehr sichern,
2. Magazin entnehmen,
3. Spannhebel zurückziehen und prüfen, ob das Patronenlager frei ist,
4. Spannhebel nach vorne schnellen lassen,
5. Gewehr entsichern und Abzug betätigen,
6. Gewehr sichern,
7. Trageriemen am Ösenbolzen aushaken,
8. beide Haltebolzen am Bodenstück herausziehen und in die Hohlnieten der
Schulterstütze stecken 2),
9. Bodenstück mit Schulterstütze geradlinig zurückziehen und abnehmen (Bild
316).
2)
Beim Gewehr mit einschiebbarer Schulterstütze in die Öffnungen an der Schulterstütze zurückstecken.
320
10. Haltebolzen zum Griffstück herausziehen, Griffstück abnehmen und
Haltebolzen zurückstecken,
11. Verschluß mit dem Spannhebel zurückziehen und entnehmen (Bild 317),
12. Spannhebel nach vorne schieben,
13. Mündungsfeuerdämpfer bzw. Manöverpatronengerät abschrauben,
14. Haltebolzen zum Handschutz herausziehen, Handschutz abnehmen und
Haltebolzen zurückstecken.
320. Für das Zusammensetzen des Gewehrs gilt Nr 319 sinngemäß
umgekehrt.
Beim Einschieben des Verschlusses in das Gehäuse ist darauf zu achten,
daß die Verriegelungsrollen ganz im Verschlußkopf liegen.
Nach dem Zusammensetzen prüft der Soldat die Funktion des Gewehrs.
Er
- spannt die Waffe mehrfach und entspannt sie in den Stellungen E und F,
- überzeugt sich, daß
• der Abzug sich in der Stellung S nicht zurückziehen läßt,
• der Verschluß vollständig verriegelt, d. h. beim Entspannen ganz in
vorderste Stellung gleitet (Blick in die Auswurföffnung),
• der Mündungsfeuerdämpfer fest sitzt,
• die Magazine sicher einrasten.
Nach der Funktionsprüfung muß die Waffe entspannt und gesichert
sein.
321. Der Verschluß wird nur bei einer Hauptreinigung zerlegt. Tätigkeiten beim Zerlegen des Verschlusses:
1. Verschlußträger mit einer Hand umfassen,
2. Verschlußkopf mit der anderen Hand drehen und vom Steuerstück abziehen
(Bild 318),
3. Steuerstück drehen (Schlagbolzen wird frei) und mit Schlagbolzen und
Schlagbolzenfeder dem Verschlußträger entnehmen (Bild 319).
322. Zusammensetzen des Verschlusses:
1. Schlagbolzen zusammen mit der Schlagbolzenfeder und dem Steuerstück in
den Verschlußträger einschieben und so drehen, daß das Steuerstück schräg
aufwärts zum Körper zeigt,
323
2. Verschlußkopf auf das Steuerstück so aufschieben, daß die abgeschrägte
Fläche des Verschlußkopfes vor die Nase des Sperrhebels zu liegen kommt (Bild
320), und über den Sperrhebel bis zum Anschlag drücken,
3. Verschlußkopf wieder geringfügig (ca. 5 mm) zurückziehen oder mit dem linken
Daumen zurückdrücken, bis er sich so weit drehen läßt, daß seine Unterseite mit
der des Verschlußträgers eine Ebene bildet (Bild 321).
323. Zum Zerlegen des Griffstücks (nur bei einer Hauptreinigung) wird die
Sicherung senkrecht nach oben gestellt und herausgezogen; das Abzugsgehäuse
kann dann dem Griffstück entnommen (Bild 322) und gereinigt werden.
Das Abzugsgehäuse selbst darf nur von Waffeninstandsetzungspersonal weiter
zerlegt werden.
Das Zusammensetzen geschieht sinngemäß in umgekehrter Reihenfolge. Die
Sicherung wird auf S gestellt.
324-326
IV. Ladetätigkeiten, Schußabgabe, Magazinwechsel
324. Vor dem Schießen ist die Funktion des Gewehrs zu prüfen (Nr320). Das
Rohr ist mit einem sauberen Docht zu entölen (Nr611).
325. Zum Laden des Gewehrs ist -ein gefülltes Magazin einzuführen
(Teilgeladen) und - mit dem Spannhebel du rchzuladen (Fertiggeladen).
326. Zum Einführen des Magazins faßt der Soldat das gesicherte Gewehr mit der
rechten Hand am Handschutz oder am Griffstück; faßt er die Waffe am Griffstück,
liegt der gestreckte Zeigefinger außen am Abzugsbügel. Mit der linken Hand
schiebt er das gefüllte Magazin mit einer leichten Drehbewegung zum Körper in
den Magazinschacht, bis es hörbar einrastet (Bild 323). Das Nachschlagen auf
den Magazinboden ist verboten. Das Gewehr ist damit teilgeladen.
327/1
327. Zum Fertigladen zieht der Soldat mit der linken Hand den Spannhebel bis
zum Anschlag zurück und läßt ihn wiedervorschnellen.
Hinweis für den Ausbilder
Es ist darauf zu achten, daß der Soldat beim Fertigladen (Durchladen) den
Spannhebel in der hintersten Stellung losläßt und somit den schnellen Vorlauf
des Verschlusses in die vorderste Stellung ermöglicht. Bei langsamen Vorgleiten
des Verschlusses verriegelt dieser nicht und verursacht eine Störung (Nr335).
Beim Laden ohne Gewehrauflage im Stehen, Knien und Sitzen wird, mit der
rechten Hand am Griffstück, die Schulterstütze mit dem rechten Arm gegen den
Körper gedrückt; die Mündung zeigt nach vorwärts oben. Beim Laden im Liegen
wird das Gewehr mit der rechten Hand und ausgestrecktem Arm vorn am
Handschutz gefaßt; die Mündung zeigt in Ziel- oder Feindrichtung (Bild 324).
328-329/1
Beim Laden hinter einer hohen Deckung und in Deckung im Kampfstand wird das
Gewehr am Handschutz gehalten und mit der Schulterstütze am Boden
aufgesetzt; die Mündung zeigt nach oben (Bild 325).
Ist eine Gewehrauflage vorhanden, bleibt das Gewehr beim Laden mit dem
Handschutz aufgelegt; die Mündung zeigt schräg nach oben in Ziel- oder
Feindrichtung (Bild 326). Der Soldat bleibt dabei in Deckung.
328. Zur Schußabgabe bringt der Soldat das Gewehr in Schußrichtung und
entsichert. Der Sicherungshebel wird mit dem Daumen der rechten Hand oder mit
Daumen und Zeigefinger der linken Hand auf die gewünschte Feuerart
eingestellt. Dann wird der Abzug mit dem Zeigefinger zurückgezogen.
329. Zum Entladen faßt der Soldat das gesicherte Gewehr wie beim Laden (Nr
325) mit der rechten Hand am Griffstück oder am Handschutz.
Die linke Hand umfaßt das Magazin, der Daumen drückt auf den Ausrücker. Das
Magazin wird mit einer leichten Drehbewegung nach vorn herausgezogen und
weggesteckt. Dann deckt die rechte Hand mit dem Daumen oder dem Handballen
die Auswurföffnung nach oben und mit den übrigen Fingern den Magazinschacht
nach unten ab und fängt, während die linke Hand den Spannhebel zurückzieht
und einlegt, die Patrone auf (Bild 327).
Der Soldat prüft, ob das Patronenlager frei ist. Die rechte Hand umfaßt das
Griffstück, die linke Hand zieht den Spannhebel ganz nach hinten (nicht
schlagen), legt ihn nach links und läßt ihn vorschnellen. Dann entsichert er das
Gewehr, zieht den Abzug zurück und sichert wieder; ein leeres Magazin kann
eingeführt werden.
Das Gewehr ist entladen, entspannt und gesichert.
330. Zum Magazinwechsel hält der Soldat das gesicherte Gewehr je nach
Körperstellung oder Anschlagart wie beim Laden (Nr. 326):
1 . Mit der linken Hand ein volles Magazin aus der Magazintasche nehmen (Bild
328).
2. an das leergeschossene Magazin anlegen (Bild 329), wobei der Daumen den
Ausrücker und die vier anderen Finger beide Magazine im unteren Teil fassen,
3. Ausrücker betätigen und leeres Magazin nach vorn unten abkippen,
4. volles Magazin einsetzen (Bild 330),
330/3
5. leeres Magazin in die Magazintasche stecken, Magazintasche schließen,
6. Spannhebel bis zum Anschlag zurückziehen und wieder vorschnellen lassen
3).
Soll im Liegen ein Magazin aus einer der linken Taschen entnommen werden,
rollt sich der Soldat so auf die rechte Seite, daß er mit Schulter und gestrecktem
Arm flach auf dem Boden liegt (Bild 331). Dann wechselt er das Magazin mit der
linken Hand.
Will er ein Magazin aus einer der rechten Taschen nehmen, greift er mit der
linken Hand das Gewehr vorn am Handschutz, rollt sich nach links (Bild 332) und
wechselt das Magazin mit der rechten Hand.
3)
Entfällt, wenn sich noch eine Patrone aus dem entnommenen Magazin im Patronenlager befindet.
331-332
Zum Magazinwechsel hinter einer hohen Deckung oder in Deckung im
Kampfstand hält der Soldat das Gewehr am Handschutz und setzt es mit der
Schulterstütze auf (Bild 325). Er kann das Magazin mit der linken oder mit der
rechten Hand wechseln.
331. Steht für den Magazinwechsel genügend Zeit zur Verfügung, so sind immer
zuerst die Magazine in den rechten Taschen zu verwenden. Die Magazine in den
linken Taschen sind nur dann zu benutzen, wenn die anderen leer sind oder der
Magazinwechsel schnell vorgenommen werden muß (z. B. beim Sturm). Sie sind
so bald wie möglich wieder zu ergänzen.
332. Die Magazine werden mit dem Magazinboden oben so in die Magazintaschen gesteckt, daß die Geschoßspitzen nach rechts zeigen. Das
Herausziehen des Magazins und das Einsetzen in den Magazinschacht in einem
Zug sind von der Lage des Schützen und seiner Geschicklichkeit abhängig. Ein
Nachfassen oder Drehen des Magazins kann daher erforderlich sein.
333-334
333. Zum Füllen des Magazins hält der Soldat mit der einen Hand das Magazin,
mit der anderen Hand drückt er die Patronen von oben einzeln hinein (Bild 333).
Die Patronen müssen mit dem Patronenboden am Magazingehäuse anstoßen.
Gefüllte Magazine sind nicht länger als eine Woche aufzubewahren, da sonst die
Zubringerfeder erlahmt und Störungen auftreten können (Nr. 613).
334. Zum Entleeren hält der Soldat das Magazin mit einer Hand so, daß die
Geschoßspitzen schräg nach unten zeigen. Mit dem Daumen oder dem
Zeigefinger der anderen Hand zieht er die Patronen unter leichtem Druck gegen
den Zubringer nacheinander aus dem Magazin (Bild 334).
Als Hilfsmittel kann ein flaches Holzstück benutzt werden, mit dem die jeweils
zweite Patrone (zuletzt der Zubringer) zurückgedrückt wird (Bild 335). Dadurch
fällt bei nach unten geneigtem Magazin die jeweils obere Patrone von selbst
heraus.
335-336/1
Entleeren des Magazins
335. Beim Füllen und Entleeren des Magazins ist besondere Vorsicht geboten.
Schlagartige oder ähnliche Belastungen des Anzündhütchens können die
Anzündung der Patrone bewirken. Außerhalb der verriegelten Waffe führt dies zur
explosionsartigen Zerlegung der Patronenhülse. Jede Belastung des
Anzündhütchens ist daher zu vermeiden. Es besteht Verletzungsgefahr!
V. Beseitigen von Störungen
336. Die meisten Störungen können durch einmaliges Durchladen schnell
behoben werden. Erster Grundsatz bei Störungen ist daher:
Sichern, durchladen und weiterschießen! Führt dies nicht zum Erfolg, muß der
Soldat die Ursache der Störung feststellen und die Fehlerquelle beseitigen.
Störungen
Verschluß führt
keine Patrone zu
Ursachen
a) Magazin nicht
richtig eingesetzt
b) Magazin verschmutzt
c) Zubringer oder
Zubringerfeder
schadhaft
Abhilfen
Magazin richtig
einsetzen
reinigen
Magazin wechseln
und beschädigtes
Magazin zur Instand
setzung geben
d) Magazinlippen
verbogen
siehe c)
336/2
Störungen
Patronenhülse
wird nicht ausgezogen oder ausgeworfen
Patrone wird
Nicht gezündet
Verschluß nicht
vollständig
geschlossen,
Patrone nicht
ganz zugeführt
Ursachen
e) Magazin lose
Abhilfen
Magazinhalterung
und Rasten am Magazin
überprüfen. Falls
abgenutzt, zur Instand
setzung geben
a) Patronenlager
Patronenlager
verschmutzt reinigen
zur Instandsetzung
geben
b) Auszieher oder
Auszieherfeder
gebrochen
c) Auswerferfehlerhaft
a) Munitionsfehler
b) Verriegelung
nicht vollständig
c) Schlagbolzen
gebrochen
d) Schlagbolzen zu
kurz
e) Fehler in der
Abzugseinrichtung
durchladen
durchladen
a) Beschädigte
durchladen
Patrone
reinigen
verschmutzt
reinigen
verschmutzt
zur Instandsetzung geben
b) Patronenlager
c) Verriegelungsstück
d) Schießfeder lahm
Gewehr schießt
unregelmäßig
siehe b)
a) Magazin nicht
richtig eingesetzt
b) Magazin verschmutzt
oder verbeult
c) Patronenlager
verschmutzt
d) Fehlerhafte
Patronen
zur Instandsetzung
geben
zur Instandsetzung
geben
zur Instandsetzung
geben
Magazin richtig
einsetzen
Magazin reinigen oder
neues einsetzen, beschä
digtes zur Instandsetzung
geben
reinigen
andere Patronen
verwenden.
336/3
Störungen
Keine Waffenfunktion beim
Schießen mit Manöverpatronen
(nur Zischen hörbar)
Ursachen
Abhilfen
Feuchtigkeit an der
Schießen mit dieser Waffe
Rohrinnenwand; unver- sofort einstellen; Rohr
branntes Pulver im Rohr und MPG reinigen.
Hinweis:
Hinweis:
Kann vorkommen, wenn Durch Verdrehen des Dübei Minustemperaturen senbolzens kam die
die Waffe längere Zeit
Funktion nicht verbessert
der Witterung ausgewerden.
setzt war.
Die Hülsen werden beim Schießen mit Manöverpatronen zu weit
ausgeworfen
Düsenbolzen am MPG Düsenbolzen am MPG auf
auf zu kleinen Gasgrößeren Gasdurchlaß
durchlaß gestellt
stellen
Hinweis:
Optimale Einstellung ist
erst nach einigen Schüs
sen möglich; siehe
Nr. 504.
Die Hülsen werden mehrmals
statt nach rechts/
vorwärts rechtwinklig oder
rechts rückwärts
ausgeworfen
Verschiedene Ursachen Zur Instandsetzung
einzeln oder im Zuabgeben
sammenwirken aus
den Bereichen
- allgemeiner Waffen
verschleiß
- Verschluß, Aus
zieher
- Auswerfer
- Gehäuse
Schuß bricht
nicht, beim Durchladen wird nur
eine Hülse ausgeworfen
Munitionsfehler; kein
Treibladungspulver
(Geschoß steckt im
Rohr)
Schießen mit dieser
Waffe sofort einstellen,
zur Instandsetzung
geben
401-406
Kapitel 4
Optische Zielgeräte
I. Allgemeines
401. Auf das Gewehr G3 können je nach Lage und Auftrag
- ein Zieffernrohr,
- ein Infrarot-Zielgerät für Handwaffen oder
- ein Bildverstärker-Zielfernrohr für Handwaffen
innerha