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Manual / Guide · 1999

ZDv 3/13 Das Gewehr G3 (Bundeswehr, 1978; amended 1999)

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The Bundeswehr's central service regulation for the G3 rifle, issued in Bonn on 13 December 1978 and current to amendment 38 of 8 January 1999: description, handling, stripping, care and the illustrations. The HK PSG1 dive translates its mechanism, stripping and maintenance passages for the G3 family.

Author
Bundesministerium der Verteidigung
Year
1999
Type
Manual / Guide
Credit
Bundesministerium der Verteidigung, Bonn. Copy from Wikimedia Commons (File:ZDv_3-13_Das_Gewehr_G3_(1999).pdf).
  • g3
  • bundeswehr
  • zdv 3/13
  • dienstvorschrift
  • field stripping
  • maintenance
  • german

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ZDv 3/13 Das Gewehr G3 (Bundeswehr, 1978; amended 1999)

Bundesministerium der Verteidigung Bonn, 13. Dezember 1978 Ich erlasse die Zentrale Dienstvorschrift Das Gewehr G3 ZDv 3/13 Im Auftrag (Brandt) Die HDv 215/2 - LDv 215/2 "Die Ausbildung mit dem Gewehr G3", Ausgabe Juni 1961 und die Anweisung für die Ausbildung Nr. 81 Einsteckgerät Gewehr G3 für Patrone 5,6 mm x 16", Ausgabe Dezember 1970 treten hiermit außer Kraft. Federführung HA ll 4 Hinweis der Fa. Breuer-Computerpublishing zum Aktualisierungsgrad: Die hier abgebildete ZDv 3/13 beinhaltet alle Änderungen einschl. Änderung Nr. 38 vom 08.01.1999. Lutzerath, den 18.08.1999 1-4 Vorbemerkung 1. Diese Dienstvorschrift beschreibt das Gewehr G3. Im Rahmen der Ausbildung an Waffen und Gerät aller Truppen soll der Soldat lernen, das Gewehr funktionsund unfallsicher zu handhaben, zu pflegen und einsatzfähig zu halten. Die Handhabung ist drillmäßig zu üben; auf das Erkennen und Beseitigen von Störungen ist besonderer Wert zu legen. Auf die vorschriftsmäßige Handhabung der Waffe ist auch im Gefechtsdienst aller Truppen ständig zu achten. 2. Textteile, die nur für den Ausbilder von Bedeutung sind, tragen den Vermerk "Hinweis für den Ausbilder". 3. Dienstvorschriften, deren Kenntnis Voraussetzung ist oder die mit dem Inhalt der ZDv 3/13 in Zusammenhang stehen, sind aus Anlage 1 ersichtlich. 4. In dieser Dienstvorschrift ist die Handhabung des Gewehrs G3 für Rechtsschützen beschrieben. Linksschützen verfahren sinngemäß. Inh 1 Inhaltsverzeichnis Kapitel 1 I. II. III. Allgemeine Angaben Bezeichnung Verwendungsmöglichkeiten Technische Daten 101-109 101-102 103-108 109 Kapitel 2 I. II. III. IV. Beschreibung Baugruppen Zubehör Zusammenwirken der Teile Munition 201-219 201-212 213 214-215 216-219 Kapitel 3 I. II. III. IV. 301-336 301-306 307-317 318-323 V. Bedienung Grundsätze Trageweise Zerlegen und Zusammensetzen Ladetätigkeiten, Schußabgabe, Magazinwechsel Beseitigen von Störungen Kapitel 4 I. II. III. IV. Optische Zielgeräte Allgemeines Zielfernrohr für Gewehr Infrarot-Zielgerät für Handwaffen Bildverstärker-Zielfernrohr für Handwaffen 401-421 401-405 406-411 412-415 416-421 Kapitel 5 I. II. III. Übungsgeräte Allgemeines Manöverpatronengerät Übungsverschluß Gewehr G3 für Übungspatrone 7,62 mm x 51 Übungsschießgerät Einsteckrohr Gewehr G3 für Patronen 5,6 mm x 16 Lichtpunktgewehr 501-534 501 502-506 IV. V. 324-335 336 507-517 518-528 529-534 lnh 2 Kapitel 6 I. II. III. IV. Technische Durchsicht und Pflege Allgemeines Reinigung Waffenappell Anschießen und Justieren 601-630 601-605 606-620 621-628 629-630 Kapitel 7 I. II. Sicherheitsbestimmungen Allgemeines Besondere Bestimmungen für die Verwendung von Manövermunition 701-712 701-706 707-712 Anhang Anlage 1 Anlage 2 Anlage 3 Anlage 4 Anlage 5 Anlage 6 Anlage 7 Dienstvorschriftenübersicht Munitionsübersicht Vorbereitung und Durchführung einer Hauptreinigung und eines Waffenappells Muster für einen Appellbericht 10 Gebote für den Gewehrschützen Flugbahn und Schußtafel Justieren des Gewehres G3 Stichwortverzeichnis Änderungsnachweis (Anm. d. Red.: hier nicht vorhanden) Änderungsvorschlag (Anm. d. Red.: hier nicht vorhanden) 1 2/1-5 3/1-5 4/1-2 5/1-2 6 7/1-4 101-102/1 Kapitel 1 Allgemeine Angaben 1. Bezeichnung 101. Das Gewehr G3 ist eine automatische Handwaffe (Rückstoßlader) mit Magazinzuführung für Einzelfeuer und Feuerstöße. Die vollständige Bezeichnung der Waffe lautet: Gewehr G3, Kaliber 7,62 mm x 51. 102. Je nach Ausführung der Waffe sind zu unterscheiden: - Gewehr G3A1 mit einschiebbarer Schulterstütze (alte Ausführung) mit Handschutz aus Holz, - Gewehr G3A2 mit Schulterstütze und Handschutz aus Holz, - Gewehr G3A3 mit Schulterstütze und Handschutz aus Kunststoff (Bild 101), - Gewehr G3A3 ZF wie Gewehr G3A3, jedoch mit Zielfernrohr (Bild 102), - Gewehr G3A4 wie Gewehr G3A3, jedoch mit einschiebbarer Schulterstütze (Bild 103). Soweit nicht logistische Zwecke die genaue Bezeichnung erfordern, gelten die Bezeichnungen: - „Gewehr G3 für Gewehr G3A3 und G3A2, - „Gewehr G3 mit Zielfernrohr" für Gewehr G3A3 ZF, - „Gewehr G3 mit einschiebbarer Schulterstütze" für Gewehr G3A4 und G3A1. 103-108 II. VerwendungsmögIichkeiten 103. Mit dem Gewehr schießt der Soldat - EinzeIfeuer als Präzisionsschuß, Schnellschuß und beim Sturmschießen im abgesessenen Einsatz, - kurze Feuerstöße in der Sturmabwehr, im Nahkampf, beim Kampf von Fahrzeugen, beim Deutschießen und gegen Flugziele. 104. Die Verwendung eines Zielfernrohrs, eines Infrarot-Zielgeräts für Handwaffen oder eines Bildverstärker-Zielfernrohrs für Handwaffen ist ohne Änderung des Gewehrs möglich (Nrn. 406 bis 421). 105. Ein Manöverpatronengerät dient zum Verschießen von Manöverpatronen 7,62 mm x 51 (Nrn. 502 bis 506). 106. Bei Verwendung eines ÜbungsverschIusses können Übungspatronen 7,62 mm x 51 verschossen werden (Nrn. 507 bis 517). 107. Mit dem Übungsschießgerät Einsteckrohr Gewehr G3 werden Patronen 5,6 mm x 16 verschossen (Nrn. 518 bis 528). 108. In der Waffen- und Schießausbildung sind die jeweils verwendeten Übungsgeräte und die dazugehörige Munition getrennt von Gefechtsmunition sowie anderen Übungsgeräten und deren Munition zu halten (Nr. 703). 109 III. Technische Daten 109. Wichtige technische Daten sind: Kaliber Anzahl der Patronen im Magazin Größte Schußweite Kampfentfernung gegen Erd- und Luftziele bis Kampfentfernung mit Zielfernrohr bis Theoretische Schußfolge im Feuerstoß Anfangsgeschwindigkeit (V.) Visierstellbereich Gewichte Waffe mit fester Schulterstütze, ohne Magazin Waffe mit einschiebbarer Schulterstütze, ohne Magazin 7,62 mm 20 3700 m 300 m 600 m 500 bis 600 Schuß/min 780 bis 800 m/s Lochkimme mit 200,300,400 m und Grobvisier 4,40 kg 4,70 kg 201-202 Kapitel 2 Beschreibung I. Baugruppen 201. Das Gewehr G3 besteht aus den Baugruppen (Bild 201) (1) Rohr mit Gehäuse und Anbauteilen, (2) Verschluß, (3) Griffstück mit Abzugseinrichtung und Sicherung (4) Bodenstück mit Schulterstütze, (5) Handschutz, (6) Magazin. 202. Das Gehäuse (Bild 202) verbindet Rohr, Lade- und Visiereinrichtung miteinander. Es nimmt den Verschluß auf. Der hintere Teil des Gehäuses ist kastenförmig ausgebildet. Er hat zwei Bohrungen zur Aufnahme der Haltebolzen, die das Bodenstück und das Griffstück mit dem Gehäuse verbinden. Am vorderen Teil des Gehäuses befindet sich der Magazinschacht mit dem Magazinhalter. Der Magazinschacht nimmt in Verbindung mit dem Magazinhalter das Magazin auf. Auf der rechten Seite des Gehäuses ist die Öffnung für den Hülsenauswurf mit Hülsenabweiser (Bild 104). Auf dem Gehäuse befindet sich das Drehvisier, vor dem Visierfuß eine Aussparung zur Aufnahme des Zielfernrohrhalters. Links und rechts am Gehäuse dienen je zwei Ausfräsungen dem Eingreifen der Spannkrallen des Zielfernrohrhalters. 203-205/1 203. Das Durchladerohr (Bild202) ist mit dem Gehäuse fest verbunden. Im Durchladerohr gleitet der Spannhebel. Mit dem Spannhebel wird der Verschluß zurückgezogen. Links seitlich hat das Durchladerohr eine Längsöffnung, die hinten zum Einlegen des Spannhebels erweitert ist. Damit kann der Verschluß in der hintersten Stellung festgelegt werden. 204. Im Rohr (Bild 203) wird die Patrone gezündet und dem Geschoß Bewegung, Richtung und Drehung (Drall) gegeben. Das Rohrinnere wird unterteilt in das Patronenlager und den gezogenen Teil. In den gezogenen Teil sind vier Züge eingearbeitet. Das Patronenlager ist mit zwölf Entlastungsrillen versehen, die zusammen mit dem Gasdruck das Ausziehen der Hülse erleichtern. 205. Die Längsschlitze des Mündungsfeuerdämpfers (Bild 204) zerteilen die aus der Rohrmündung austretenden noch brennenden Pulvergase und halten damit das Mündungsfeuer klein. Der Mündungsfeuerdämpfer muß bis zum Anschlag auf das Rohr aufgeschraubt sein. Die Ringfeder rastet im Rohrbund ein. Sie sichert den Mündungsfeuerdämpfer gegen unbeabsichtigtes Lösen. 206-207 206. Die Visiereinrichtung (Bild 202) besteht aus dem feststehenden Korn im Kornhalter und dem verstellbaren Drehvisier. Der obere Teil des Kornhalters ist als Kornschutz ausgebildet. Die Visiertrommel des Drehvisiers mit V-Kimme (Grobvisier) und Lochkimmenbohrungen ist auf die Zahlen 1 bis 4 einstellbar. Die Zahlen 2, 3, und 4 entsprechen den Entfernungen 200 m, 300 m und 400 m. Bei Zielentfernungen unter 200 m ist grundsätzlich die Einstellung 2 zu wählen, soweit nicht die Einstellung 1 (Grobvisier) erforderlich ist. Das Zielen mit V-Kimme als Grobvisier erfolgt beim - Deutschießen, - Schießen vom Schützenpanzer, - Sturmabwehrschießen, - Schießen auf nahe, sich schnell bewegende Ziele, - Schießen bei Nacht oder schlechter Sicht und - Schießen auf Flugziele. 207. Der Verschluß (Bild 205) besteht aus - Verschlußträger mit Schließfederrohr und Sperrhebel, - Verschlußkopf mit Verriegelungsrollen und Auszieher, - Steuerstück, - Schlagbolzen und - Schlagbolzenfeder. Der Verschluß wird im Gehäuse geführt und schließt beim Schießen in Verbindung mit der Patronenhülse das Patronenlager nach hinten ab. Er dient außerdem zum Zuführen und Zünden der Patrone, zum Ausziehen und Auswerfen der Patronenhülse und zum Spannen des Schlaghebels. 208/1 208. Das Griffstück (Bild 206) nimmt das Abzugsgehäuse auf und ist durch den Haltebolzen mit dem Gewehrgehäuse verbunden. Hinweis für den Ausbilder Im Abzugsgehäuse (Bild 207) befindet sich die Abzugseinrichtung. Sie besteht aus - Abzug, - Abzugshebel, - Schlaghebel mit Rasten für Einzelfeuer und Feuerstoß, - Gabelbolzen mit Druckfeder für den Schlaghebel, - Fangklinke, - Abzugsschenkelfeder, - Amboß für den Schlaghebel und - Sicherungswelle (Bild 214). 208/2 Zum Ausbau des Abzugsgehäuses aus dem Griffstück ist der Sicherungshebel von der Stellung "Sicher" (S) so weit nach links oben zu schieben, bis er fast senkrecht steht. Sicherungshebel und Abzugsgehäuse lassen sich dann ohne Gewaltanwendung herausnehmen. 209-210 209. Die Sicherung (Bild 208) hält das im Griffstück eingesetzte Abzugsgehäuse fest. An der linken Seite des Griffstücks ist der Sicherungshebel wahlweise einstelIbar auf - S = Sicher (weiß) - E = Einzelfeuer (rot) - F = Feuerstoß (rot). Ein weißer Markierungsstrich zeigt auch auf der rechten Seite des Griffstücks die Stellung des Sicherungshebels an. 210. Das Bodenstück mit fester Schulterstütze ist gegen das Bodenstück mit einschiebbarer Schulterstütze austauschbar (Bild 209). Das Bodenstück nimmt den Verschlußpuffer und das Federführungsrohr mit Schließfeder auf. Der Verschlußpuffer bremst nach dem Schuß den Rücklauf des Verschlusses und bringt ihn in Verbindung mit der Schließfeder wieder in die vorderste Stellung. Die Schulterstütze dient zur Handhabung des Gewehrs und zum Einziehen der Waffe in die Schulter. Auf der linken Seite der Schulterstütze ist der Halter für den Trageriemen eingelassen. Der Trageriemen wird auch als Anschlaghilfe benutzt. Er ist vorn mit einem Karabinerhaken in einer Öse am Kornhalter eingehängt. Wird das Gewehr zerlegt, dienen die Hohlnieten zur Aufnahme der Haltebolzen. 211-213 211. Der Handschutz umschließt das Rohr von unten. Er erleichtert die Handhabung des Gewehrs und schützt bei heißgeschossenem-Rohr vor Verbrennungen. Der Handschutz ist hinten in eine Ausnehmung des Gehäuses eingeschoben und vorn mit einem Haltebolzen befestigt. 212. Das Magazin (Bild 210) dient zur Aufnahme und Zuführung der Patronen. Es ist ein gerades Stangenmagazin und faßt 20 Patronen. Es besteht aus dem Magazingehäuse, dem Zubringer mit Zubringerfeder und dem Magazinboden. II. Zubehör 213. Das Zubehör(Bild211) zum Gewehr G3 besteht aus - 2 Magazintaschen, - Mündungskappe, - Waffenreinigungsgerät für Kaliber 7,62 mm bis 9 mm, - 5 Magazinen und - Trageriemen. Hinweis für den AusbiIder III. Zusammenwirken der TeiIe 214. Das Gewehr G3 ist ein Rückstoßlader mit halbstarrem RoIIenverschIuß, der nach dem Prinzip eines übersetzten Massenverschlusses arbeitet. a) Wirkungsweise des Verschlusses: Bei fertiggeladenem und entsichertem Gewehr wird durch Zurückziehen des Abzugs der gespannte Schlaghebel frei. Er schlägt auf den Schlagbolzen, der mit seiner Spitze auf das Anzündhütchen im Patronenboden stößt und damit die Patrone zündet (Bild 212). Die Pulvergase treiben das Geschoß aus dem Rohr. Gleichzeitig drükken sie auf die Patronenhülse. Der Hülsenboden überträgt einen Teil des Gasdrucks als Rückstoß über den Verschlußkopf, die Verriegelungsrollen und das Steuerstück auf den Verschlußträger. Damit werden die Entriegelung und der Verschlußrücklauf eingeleitet. 214/2 Hinweis für den Ausbilder b) Die durch das Steuerstück zunächst noch nach außen gedrückten Verriegelungsrollen verhindern den sofortigen Rücklauf des Verschlußkopfes. Erst nach einem Druckaufbau an den Schrägflächen des Verriegelungsstücks werden die Verriegelungsrollen nach innen gezwungen und drücken das Steuerstück über seine Schrägflächen nach hinten. Dadurch ist ein Übersetzungsverhältnis von 1:4 gegeben, das heißt, geht der Verschlußkopf 1 mm zurück, hat das Steuerstück bereits 4 mm zurückgelegt. Gleichzeitig wird beim Zurückgleiten des Verschlußträgers der Sperrhebel gegen den Druck seiner Feder aus der Rast des Verschlußkopfes gedrückt. Verschlußkopf und Verschlußträger trennen sich um etwa 4 mm. Diese beiden Verzögerungen sind notwendig, um eine vorzeitige Entriegelung des Verschlusses zu verhindern, solange sich das Geschoß noch im Rohr befindet. c) Der zurücklaufende Verschluß zieht mit dem Auszieher die Hülse aus dem Rohr (Bild 213) und spannt den Schlaghebel und die Schließfeder. Die Hülse stößt gegen den Auswerfer und wird ausgeworfen. In der hintersten Stellung läuft der Verschluß gegen den Verschlußpuffer im Bodenstück. Der Hülsenabweiser verhindert einen Auswurf der Patronenhülse nach rechts bzw. rechts rückwärts. Hinweis für den Ausbilder d. Die gespannte Schließfeder bringt den Verschluß wieder nach vorn. Dabei wird mit der Stirnfläche des Verschlußkopfes die oberste Patrone aus dem Magazin in das Patronenlager gestoßen. Der Auszieher greift in die Ausziehrille der Patrone, die Verriegelungsrollen werden durch das Steuerstück in die Abstützflächen des Verriegelungsstücks gedrückt. Jetzt tritt der Sperrhebel in die Rast des Verschlußkopfes und verhindert damit, daß dieser zurückprallt. Die Waffe ist wieder schußbereit. 215. Wirkungsweise der Abzugseinrichtung a. Beim Vorlauf des Verschlusses drückt der Verschlußträger den Auslösehebel nach unten. Dabei schwenkt die Fangklinke nach vorn und tritt aus der Rast für Feuerstoß des Schlaghebels (Bild 214). b. Bei Stellung S (Sicher) und E (Einzelfeuer) des Sicherungshebels stützt sich der Schlaghebel mit seiner Rast für Einzelfeuer gegen den Abzugshebel ab (Bild 214). Gegen den Druck des Druckbolzens mit Feder geht der Abzugshebel in seinem Langloch ca. 1,5 mm zurück und setzt sich über den Abzugsstollen (Bild 215). c. Steht der Sicherungshebel auf S, wird der Abzug in dieser Stellung durch die Sicherungswelle blockiert und kann nicht zurückgezogen werden (Bild 214). 215/3 Hinweis für den Ausbilder d. Steht der Sicherungshebel auf E, gibt die Sicherungswelle dem Abzug einen begrenzten Weg frei. Beim Zurückziehen des Abzugs wird zunächst die Stellung "Druckpunkt" erreicht, das heißt, der Abzugsstollen berührt den Abzugshebel. Beim weiteren Zurückziehen des Abzugs schwenkt der Abzugshebel aus der Rast für Einzelfeuer und gibt den Schlaghebel frei. Dieser schlägt auf den Schlagbolzen; der Schlagbolzen zündet die Patrone (Bild 216). Gleichzeitig wird der Abzugshebel vom gespannten Schlaghebel frei und geht unter dem Druck seines Druckbolzens mit Feder im Langloch nach vorn. Die Fangklinkenfeder mit Ablaufrolle schwenkt den vorderen Teil des Abzugshebels nach oben, der hintere Teil tritt in die Rast für den Abzugshebel am Abzugsstollen. Der zurücklaufende Verschluß drückt den Schlaghebel gegen den Druck seiner Feder nach hinten. Dabei rastet zuerst der Abzugshebel in die Rast für "Einzelfeuer", unmittelbar danach die Fangklinke in die Rast für "Feuerstoß" ein (Bild 217). Hinweis für den Ausbilder Nach der Bewegungsumkehr drückt der Verschluß den Auslösehebel nach unten und löst die Fangklinke aus. Der Schlaghebel wird nur vom Abzugshebel gehalten. Eine Bewegung des Abzugshebels ist jetzt nicht möglich, da sich der Abzugshebel bei noch zurückgezogenem Abzug in der Rast für Einzelfeuer am Schlaghebel und der Rast am Abzugsstollen abstützt. Um den nächsten Einzelschuß abfeuern zu können, muß der Schütze den Abzug loslassen. Dabei drückt der Schlaghebel den Abzugshebel ca. 1,5 mm nach hinten. Der Abzugshebel setzt sich über den Abzugsstollen. Der nächste Einzelschuß ist möglich. e. Steht der Sicherungshebel auf F (Feuerstoß), gibt die Sicherungswelle einen längeren Weg für den Abzug frei (Bild 218). Solange der Schütze den Abzug zurückgezogen hat und Patronen im Magazin sind, schießt die Waffe weiter. Beim Zurückziehen des Abzugs wird der erste Schuß wie bei Stellung E (Einzelfeuer) ausgelöst. Durch den längeren Abzugsweg wird der Abzugshebel jedoch so weit nach unten geschwenkt, daß er den Schlaghebel nicht mehr fangen kann. Der Schlaghebel wird jetzt von der Fangklinke gehalten. Der vorlaufende Verschluß drückt den Auslösehebel nach unten, löst die Fangklinke aus und gibt den Schlaghebel frei. Läßt der Schütze den Abzug los, schwenkt der vordere Teil des Abzugshebels wieder nach oben und fängt den Schlaghebel in der Rast für Einzelfeuer. Der Feuerstoß wird beendet. Dabei ist der Schlaghebel gespannt, der Verschluß in vorderster Stellung. IV. Munition 216. AusdemGewehrG3werdenfolgendePatronenverschossen: - Gefechtspatrone 7,62 mm x 51 mit und ohne Leuchtspur für Schulschießen, Gefechtsschießen und Gefechtsübungen mit Gefechtsmunition, - Übungspatrone 7,62 mm x 51 mit und ohne Leuchtspur für das Schießen der Vorübungen und auf kurze Entfernungen, - Manöverpatrone 7,62 mm x 51 für die Gefechtsausbildung und Gefechtsübungen. Eine Übersicht über die Munition und ihre Bezeichnungen enthält Anlage 2. 217. Es ist nur einwandfreie Munition zu verwenden. Sie darf nicht verschmutzt, oxydiert oder beschädigt sein. Patronen mit lose sitzenden Geschossen dürfen nicht verschossen werden. 218. Rohrbelastung Nach dem Verschießen von 100 Patronen im schnellen Einzelfeuer oder in kurzen Feuerstößen muß das Rohr auf Handwärme abkühlen, bevor weitergeschossen werden darf. 219. Mit der Exerzierpatrone 7,62 mm x 51 (Anlage 2) werden das Laden und Entladen der Waffe sowie das Füllen und Entleeren des Magazins geübt. Es ist darauf zu achten, daß die Patronenspitze nicht beschädigt ist. Beschädigte Exerzierpatronen sind auszusondern. 301-303 Kapitel 3 Bedienung 1. Grundsätze 301. Das Gewehr ist stets so zu handhaben und zu bedienen, daß Treffgenauigkeit und Funktionssicherheit erhalten bleiben und niemand gefährdet wird. Ist der Ladezustand eines Gewehres unbekannt, ist es so zu behandeln, als sei es fertiggeladen. Alle Ladetätigkeiten sowie das Zerlegen und Zusammensetzen sind nur bei gesichertem Gewehr vorzunehmen. Das Gewehr ist teilgeladen, wenn - das mit Patronen gefüllte Magazin im Magazinschacht eingeführt ist, - sich noch keine Patrone im Patronenlager befindet und - der Verschluß in vorderster Stellung steht. Das Gewehr ist fertiggeladen, wenn - der Verschluß in vorderster Stellung mit dem Gehäuse verriegelt ist, - der Schlaghebel gespannt ist und - sich eine Patrone im Patronenlager befindet. 302. Die Sicherung soll verhindern, daß sich unbeabsichtigt ein Schuß löst. Das Gewehr bleibt daher außer zum Schießen stets gesichert (Sicherungshebel auf S = Sicher). Zum Schießen ist das Gewehr erst unmittelbar vor dem Inanschlaggehen zu entsichern 1); die Mündung muß bereits grob in Zielrichtung zeigen. Soldaten, die den Feuerkampf aus einer Deckung führen, zum Beispiel aus einem Kampfstand, einer Schießscharte oder über die Bordwand eines Kraftfahrzeugs, müssen die Waffe zuvor aus der Deckung herausgebracht haben. Nach dem Absetzen - Mündung noch grob in Zielrichtung - ist das Gewehr sofort wieder zu sichern. 303. Das Gewehr ist stets mit Meldung des Ladezustandes zu übergeben und dabei vorzuzeigen (Nr. 309). Die Meldungen lauten: - "Gewehr entladen, Patronenlager frei, entspannt und gesichert" oder - "Gewehr teilgeladen und gesichert" oder - "Gewehr fertiggeladen und gesichert". Der Übernehmende hat die Richtigkeit der Meldung sofort zu prüfen. Zum Überprüfen des Ladezustands sind die Tätigkeiten wie beim Entladen (Nr. 329) durchzuführen. 1) Ausnahme: Im Einsatz ist das Gewehr in der Pirschhaltung fertiggeladen und entsichert. 304-308 304. Ein (selbst mit Exerzierpatronen) teil- oder fertiggeladenes Gewehr darf nicht aus der Hand gelegt werden. Ausnahmen: - In der Ausbildung auf Befehl des Ausbilders, - im Gefecht, wenn ein Auftrag (z. B. Schanzen, Überwinden eines Hindernisses) dazu zwingt. 305. Die Mündung des Gewehrs zeigt zur Schußabgabe in Ziel- oder Feindrichtung. Bei Bewegungen, Ladetätigkeiten und zur Sicherheitsüberprüfung zeigt sie in eine Richtung, die die Gefährdung von Personen und Einrichtungen ausschließt. Spielerischer Umgang mit dem Gewehr kann andere gefährden und auch zu Schäden an der Waffe führen. Deshalb ist verboten: - jeder Umgang mit der Waffe ohne Ausbildungszweck oder Auftrag, - das Zielen auf Personen (außer in Ausbildung und Einsatz), - das Spielen an Abzug und Sicherung. Auch beim Schießen bleibt der Zeigefinger außerhalb des Abzugsbügels, bis der Schießrhythmus beginnt. 306. Von dem sachgemäßen Umgang mit dem Gewehr hängen seine Treffgenauigkeit, Funktionssicherheit und Lebensdauer ab. Nie darf Gewalt angewendet oder das Gewehr geworfen werden. Hartes Aufsetzen oder Anschlagen der Waffe ist zu vermeiden. Bei einem harten Stoß oder Schlag auf die Schulterstütze kann sich der Verschluß öffnen und wieder schließen. Hierbei kann - bei teilgeladenem Gewehr - eine Patrone zugeführt werden. Das Gewehr ist dann fertiggeladen. Vor Verschmutzung, vor allem durch Sand, sind besonders Mündung und Verschlußteile zu bewahren. Störungen beseitigt der Soldat gemäß Nr. 335. II. Trageweise 307. Die Trageweise der Waffe wählt der Soldat-sofern sie nicht befohlen ist - im allgemeinen selbst. Sie muß jedoch der Lage entsprechen und darf andere Soldaten nicht behindern. Andere Trageweisen, als in Nrn. 308 bis 317 beschrieben, sind nicht anzuwenden. Linkshänder wenden die in Nrn. 312 bis 317 beschriebenen Trageweisen sinngemäß umgekehrt an. Ein Soldat darf höchstens 2 Gewehre tragen. Diese dürfen sich nicht berühren. 308. Innerhalb von Gebäuden (z. B. beim Waffenempfang, vor dem Antreten und nach dem Wegtreten) wird das Gewehr senkrecht am Körper, entlang des nach unten gestreckten Armes, getragen. Die rechte Hand hält die Waffe am Griffstück; die Mündung zeigt nach oben (Bild 301). 309/1 309. Beim Vorzeigen (Bild 302) zur Sicherheitsüberprüfung (auch vor Übergabe an eine andere Person) und zur Waffendurchsicht faßt der Soldat das Gewehr mit der rechten Hand am Ende der Schulterstütze und hält die Waffe senkrecht am Körper. Der Handschutz liegt an der rechten Schulter an, die Auswurföffnung zeigt nach vorne. Der Verschluß befindet sich in hinterster Stellung, das Magazin ist entnommen. In der linken Hand hält der Soldat die leeren Magazine. Zur Sicherheitsüberprüfung (Bild 303) hebt er das Gewehr so an, daß der Überprüfende durch die Auswurföffnung in das Patronenlager sehen bzw. bei Nacht mit dem Finger in das Patronenlager fassen oder - bei heißgeschossenem Rohr - mit Hilfe Rotlichts hineinsehen kann. 310-311 310. Muß der Soldat beide Hände freihalten, hängt er das Gewehr auf den Rücken (Bild 304) oder, wenn z.B. Rückengepäck hindert, um den Hals. 311. Beim Marsch, wenn nicht mit Feindberührung zu rechnen ist, trägt der Soldat das Gewehr im allgemeinen umgehängt auf der Schulter (Bild 305). 312/1 In der geöffneten Ordnung ist auch die Trageweise Gewehr untergehängt mit der Mündung nach vorn zulässig. Dabei wird der Handschutz umfaßt (Bild 306). In beiden Fällen kann das Gewehr rechts oder links getragen werden. 312. Ist Feindberührung zu erwarten, wird das Gewehr am langen Arm (Hand vor dem Magazinschacht) getragen (Bild 307). Zur Verwendung im Nahkampf kann das Gewehr auch mit beiden Händen - linke Hand am Handschutz, rechte Hand an der Schulterstütze (Bild 308) - gefaßt werden. Muß sich der Soldat auf schnelle Feuereröffnung einstellen, trägt er das Gewehr in Pirschhaltung (Bild 309). 313-314 313. Beim Kriechen auf Knien und Händen wird der Trageriemen des Gewehrs über den Nacken gehängt. Die Mündung zeigt nach links, der rechte Arm wird vor der Waffe aufgestützt (Bild 310). 314. Beim Gleiten auf Ellenbogen und Fußspitzen wird das Gewehr mit der linken Hand am Handschutz und der rechten Hand an der Schulterstütze gehalten. Die Auswurföffnung zeigt nach oben (Bild 311). 315-316/1 315. Beim Gleiten auf Unterarmen und Fußspitzen faßt die rechte Hand den Trageriemen kurz unterhalb des Karabinerhakens. Das Gewehr liegt auf dem Unterarm; die Auswurföffnung zeigt nach oben (Bild 312). Zur Erleichterung der Gleitbewegungen kann der Soldat das Gewehr auch jeweils um Armlänge vorauslegen. 316. Hinlegen mit Gewehr 1. Linken Fuß mit weitem Ausfallschritt nach vorn setzen, 2. gleichzeitig Gewehr mit der linken Hand am Handschutz fassen, Mündung etwas angehoben (Bild 313), 3. auf das rechte Knie niederlassen, 4. Oberkörper nach vorn beugen, flach auf den Boden legen (hierbei stützen zunächst das linke Knie, dann die rechte Hand und zuletzt der linke Ellenbogen den Körper), 5. Gewehr wieder mit der rechten Hand übernehmen und mit dem Handschutz auf den linken Unterarm legen, Magazin vom Körper abgewandt (Bild 314); Mündung und Verschlußteile dürfen den Boden nicht berühren. 317 317. Aufstehen mit Gewehr 1. Gewehr mit der linken Hand am Handschutz fassen, Mündung etwas angehoben, 2. auf die rechte Hand stützen, 3. gleichzeitig das rechte Bein möglichst nahe an den Leib heranziehen, ohne dabei den Oberkörper vom Boden zu heben (Bild 315), 4. mit der rechten Fußspitze festen Halt schaffen, 5. mit der rechten Hand und dem rechten Fuß vom Boden abdrücken, 6. mit großem Ausfallschritt des linken Beins nach vorn schnellen und aufrichten, 7. gleichzeitig das Gewehr mit der rechten Hand am Handschutz übernehmen, Hinweis für den Ausbilder Bei allen Bewegungsarten ist darauf zu achten, daß Mündung, Rohr, die gleitenden Teile des Verschlusses und das Magazin sauber bleiben. Pausen in der Ausbildung und bei Übungen sind grundsätzlich dazu zu nutzen, den Soldaten zum Überprüfen und, wenn erforderlich, Reinigen seiner Waffe zu veranlassen. III. Zerlegen und Zusammensetzen 318. Die Waffe wird ohne Werkzeug zerlegt und zusammengesetzt. Jede Gewaltanwendung ist verboten. Der Soldat darf das Gewehr nur so weit zerlegen, wie es diese Dienstvorschrift beschreibt. Die Waffenteile dürfen nicht mit Teilen anderer Gewehre vertauscht werden. Verschlußträger, Verschlußkopf und Steuerstück sind mit den drei letzten Ziffern der Waffen-Nummer gekennzeichnet. Zerlegen und Zusammensetzen des Magazins sind in Nr 614 beschrieben. 319. Reihenfolge der Tätigkeiten beim Zerlegen des Gewehrs: 1. Gewehr sichern, 2. Magazin entnehmen, 3. Spannhebel zurückziehen und prüfen, ob das Patronenlager frei ist, 4. Spannhebel nach vorne schnellen lassen, 5. Gewehr entsichern und Abzug betätigen, 6. Gewehr sichern, 7. Trageriemen am Ösenbolzen aushaken, 8. beide Haltebolzen am Bodenstück herausziehen und in die Hohlnieten der Schulterstütze stecken 2), 9. Bodenstück mit Schulterstütze geradlinig zurückziehen und abnehmen (Bild 316). 2) Beim Gewehr mit einschiebbarer Schulterstütze in die Öffnungen an der Schulterstütze zurückstecken. 320 10. Haltebolzen zum Griffstück herausziehen, Griffstück abnehmen und Haltebolzen zurückstecken, 11. Verschluß mit dem Spannhebel zurückziehen und entnehmen (Bild 317), 12. Spannhebel nach vorne schieben, 13. Mündungsfeuerdämpfer bzw. Manöverpatronengerät abschrauben, 14. Haltebolzen zum Handschutz herausziehen, Handschutz abnehmen und Haltebolzen zurückstecken. 320. Für das Zusammensetzen des Gewehrs gilt Nr 319 sinngemäß umgekehrt. Beim Einschieben des Verschlusses in das Gehäuse ist darauf zu achten, daß die Verriegelungsrollen ganz im Verschlußkopf liegen. Nach dem Zusammensetzen prüft der Soldat die Funktion des Gewehrs. Er - spannt die Waffe mehrfach und entspannt sie in den Stellungen E und F, - überzeugt sich, daß • der Abzug sich in der Stellung S nicht zurückziehen läßt, • der Verschluß vollständig verriegelt, d. h. beim Entspannen ganz in vorderste Stellung gleitet (Blick in die Auswurföffnung), • der Mündungsfeuerdämpfer fest sitzt, • die Magazine sicher einrasten. Nach der Funktionsprüfung muß die Waffe entspannt und gesichert sein. 321. Der Verschluß wird nur bei einer Hauptreinigung zerlegt. Tätigkeiten beim Zerlegen des Verschlusses: 1. Verschlußträger mit einer Hand umfassen, 2. Verschlußkopf mit der anderen Hand drehen und vom Steuerstück abziehen (Bild 318), 3. Steuerstück drehen (Schlagbolzen wird frei) und mit Schlagbolzen und Schlagbolzenfeder dem Verschlußträger entnehmen (Bild 319). 322. Zusammensetzen des Verschlusses: 1. Schlagbolzen zusammen mit der Schlagbolzenfeder und dem Steuerstück in den Verschlußträger einschieben und so drehen, daß das Steuerstück schräg aufwärts zum Körper zeigt, 323 2. Verschlußkopf auf das Steuerstück so aufschieben, daß die abgeschrägte Fläche des Verschlußkopfes vor die Nase des Sperrhebels zu liegen kommt (Bild 320), und über den Sperrhebel bis zum Anschlag drücken, 3. Verschlußkopf wieder geringfügig (ca. 5 mm) zurückziehen oder mit dem linken Daumen zurückdrücken, bis er sich so weit drehen läßt, daß seine Unterseite mit der des Verschlußträgers eine Ebene bildet (Bild 321). 323. Zum Zerlegen des Griffstücks (nur bei einer Hauptreinigung) wird die Sicherung senkrecht nach oben gestellt und herausgezogen; das Abzugsgehäuse kann dann dem Griffstück entnommen (Bild 322) und gereinigt werden. Das Abzugsgehäuse selbst darf nur von Waffeninstandsetzungspersonal weiter zerlegt werden. Das Zusammensetzen geschieht sinngemäß in umgekehrter Reihenfolge. Die Sicherung wird auf S gestellt. 324-326 IV. Ladetätigkeiten, Schußabgabe, Magazinwechsel 324. Vor dem Schießen ist die Funktion des Gewehrs zu prüfen (Nr320). Das Rohr ist mit einem sauberen Docht zu entölen (Nr611). 325. Zum Laden des Gewehrs ist -ein gefülltes Magazin einzuführen (Teilgeladen) und - mit dem Spannhebel du rchzuladen (Fertiggeladen). 326. Zum Einführen des Magazins faßt der Soldat das gesicherte Gewehr mit der rechten Hand am Handschutz oder am Griffstück; faßt er die Waffe am Griffstück, liegt der gestreckte Zeigefinger außen am Abzugsbügel. Mit der linken Hand schiebt er das gefüllte Magazin mit einer leichten Drehbewegung zum Körper in den Magazinschacht, bis es hörbar einrastet (Bild 323). Das Nachschlagen auf den Magazinboden ist verboten. Das Gewehr ist damit teilgeladen. 327/1 327. Zum Fertigladen zieht der Soldat mit der linken Hand den Spannhebel bis zum Anschlag zurück und läßt ihn wiedervorschnellen. Hinweis für den Ausbilder Es ist darauf zu achten, daß der Soldat beim Fertigladen (Durchladen) den Spannhebel in der hintersten Stellung losläßt und somit den schnellen Vorlauf des Verschlusses in die vorderste Stellung ermöglicht. Bei langsamen Vorgleiten des Verschlusses verriegelt dieser nicht und verursacht eine Störung (Nr335). Beim Laden ohne Gewehrauflage im Stehen, Knien und Sitzen wird, mit der rechten Hand am Griffstück, die Schulterstütze mit dem rechten Arm gegen den Körper gedrückt; die Mündung zeigt nach vorwärts oben. Beim Laden im Liegen wird das Gewehr mit der rechten Hand und ausgestrecktem Arm vorn am Handschutz gefaßt; die Mündung zeigt in Ziel- oder Feindrichtung (Bild 324). 328-329/1 Beim Laden hinter einer hohen Deckung und in Deckung im Kampfstand wird das Gewehr am Handschutz gehalten und mit der Schulterstütze am Boden aufgesetzt; die Mündung zeigt nach oben (Bild 325). Ist eine Gewehrauflage vorhanden, bleibt das Gewehr beim Laden mit dem Handschutz aufgelegt; die Mündung zeigt schräg nach oben in Ziel- oder Feindrichtung (Bild 326). Der Soldat bleibt dabei in Deckung. 328. Zur Schußabgabe bringt der Soldat das Gewehr in Schußrichtung und entsichert. Der Sicherungshebel wird mit dem Daumen der rechten Hand oder mit Daumen und Zeigefinger der linken Hand auf die gewünschte Feuerart eingestellt. Dann wird der Abzug mit dem Zeigefinger zurückgezogen. 329. Zum Entladen faßt der Soldat das gesicherte Gewehr wie beim Laden (Nr 325) mit der rechten Hand am Griffstück oder am Handschutz. Die linke Hand umfaßt das Magazin, der Daumen drückt auf den Ausrücker. Das Magazin wird mit einer leichten Drehbewegung nach vorn herausgezogen und weggesteckt. Dann deckt die rechte Hand mit dem Daumen oder dem Handballen die Auswurföffnung nach oben und mit den übrigen Fingern den Magazinschacht nach unten ab und fängt, während die linke Hand den Spannhebel zurückzieht und einlegt, die Patrone auf (Bild 327). Der Soldat prüft, ob das Patronenlager frei ist. Die rechte Hand umfaßt das Griffstück, die linke Hand zieht den Spannhebel ganz nach hinten (nicht schlagen), legt ihn nach links und läßt ihn vorschnellen. Dann entsichert er das Gewehr, zieht den Abzug zurück und sichert wieder; ein leeres Magazin kann eingeführt werden. Das Gewehr ist entladen, entspannt und gesichert. 330. Zum Magazinwechsel hält der Soldat das gesicherte Gewehr je nach Körperstellung oder Anschlagart wie beim Laden (Nr. 326): 1 . Mit der linken Hand ein volles Magazin aus der Magazintasche nehmen (Bild 328). 2. an das leergeschossene Magazin anlegen (Bild 329), wobei der Daumen den Ausrücker und die vier anderen Finger beide Magazine im unteren Teil fassen, 3. Ausrücker betätigen und leeres Magazin nach vorn unten abkippen, 4. volles Magazin einsetzen (Bild 330), 330/3 5. leeres Magazin in die Magazintasche stecken, Magazintasche schließen, 6. Spannhebel bis zum Anschlag zurückziehen und wieder vorschnellen lassen 3). Soll im Liegen ein Magazin aus einer der linken Taschen entnommen werden, rollt sich der Soldat so auf die rechte Seite, daß er mit Schulter und gestrecktem Arm flach auf dem Boden liegt (Bild 331). Dann wechselt er das Magazin mit der linken Hand. Will er ein Magazin aus einer der rechten Taschen nehmen, greift er mit der linken Hand das Gewehr vorn am Handschutz, rollt sich nach links (Bild 332) und wechselt das Magazin mit der rechten Hand. 3) Entfällt, wenn sich noch eine Patrone aus dem entnommenen Magazin im Patronenlager befindet. 331-332 Zum Magazinwechsel hinter einer hohen Deckung oder in Deckung im Kampfstand hält der Soldat das Gewehr am Handschutz und setzt es mit der Schulterstütze auf (Bild 325). Er kann das Magazin mit der linken oder mit der rechten Hand wechseln. 331. Steht für den Magazinwechsel genügend Zeit zur Verfügung, so sind immer zuerst die Magazine in den rechten Taschen zu verwenden. Die Magazine in den linken Taschen sind nur dann zu benutzen, wenn die anderen leer sind oder der Magazinwechsel schnell vorgenommen werden muß (z. B. beim Sturm). Sie sind so bald wie möglich wieder zu ergänzen. 332. Die Magazine werden mit dem Magazinboden oben so in die Magazintaschen gesteckt, daß die Geschoßspitzen nach rechts zeigen. Das Herausziehen des Magazins und das Einsetzen in den Magazinschacht in einem Zug sind von der Lage des Schützen und seiner Geschicklichkeit abhängig. Ein Nachfassen oder Drehen des Magazins kann daher erforderlich sein. 333-334 333. Zum Füllen des Magazins hält der Soldat mit der einen Hand das Magazin, mit der anderen Hand drückt er die Patronen von oben einzeln hinein (Bild 333). Die Patronen müssen mit dem Patronenboden am Magazingehäuse anstoßen. Gefüllte Magazine sind nicht länger als eine Woche aufzubewahren, da sonst die Zubringerfeder erlahmt und Störungen auftreten können (Nr. 613). 334. Zum Entleeren hält der Soldat das Magazin mit einer Hand so, daß die Geschoßspitzen schräg nach unten zeigen. Mit dem Daumen oder dem Zeigefinger der anderen Hand zieht er die Patronen unter leichtem Druck gegen den Zubringer nacheinander aus dem Magazin (Bild 334). Als Hilfsmittel kann ein flaches Holzstück benutzt werden, mit dem die jeweils zweite Patrone (zuletzt der Zubringer) zurückgedrückt wird (Bild 335). Dadurch fällt bei nach unten geneigtem Magazin die jeweils obere Patrone von selbst heraus. 335-336/1 Entleeren des Magazins 335. Beim Füllen und Entleeren des Magazins ist besondere Vorsicht geboten. Schlagartige oder ähnliche Belastungen des Anzündhütchens können die Anzündung der Patrone bewirken. Außerhalb der verriegelten Waffe führt dies zur explosionsartigen Zerlegung der Patronenhülse. Jede Belastung des Anzündhütchens ist daher zu vermeiden. Es besteht Verletzungsgefahr! V. Beseitigen von Störungen 336. Die meisten Störungen können durch einmaliges Durchladen schnell behoben werden. Erster Grundsatz bei Störungen ist daher: Sichern, durchladen und weiterschießen! Führt dies nicht zum Erfolg, muß der Soldat die Ursache der Störung feststellen und die Fehlerquelle beseitigen. Störungen Verschluß führt keine Patrone zu Ursachen a) Magazin nicht richtig eingesetzt b) Magazin verschmutzt c) Zubringer oder Zubringerfeder schadhaft Abhilfen Magazin richtig einsetzen reinigen Magazin wechseln und beschädigtes Magazin zur Instand setzung geben d) Magazinlippen verbogen siehe c) 336/2 Störungen Patronenhülse wird nicht ausgezogen oder ausgeworfen Patrone wird Nicht gezündet Verschluß nicht vollständig geschlossen, Patrone nicht ganz zugeführt Ursachen e) Magazin lose Abhilfen Magazinhalterung und Rasten am Magazin überprüfen. Falls abgenutzt, zur Instand setzung geben a) Patronenlager Patronenlager verschmutzt reinigen zur Instandsetzung geben b) Auszieher oder Auszieherfeder gebrochen c) Auswerferfehlerhaft a) Munitionsfehler b) Verriegelung nicht vollständig c) Schlagbolzen gebrochen d) Schlagbolzen zu kurz e) Fehler in der Abzugseinrichtung durchladen durchladen a) Beschädigte durchladen Patrone reinigen verschmutzt reinigen verschmutzt zur Instandsetzung geben b) Patronenlager c) Verriegelungsstück d) Schießfeder lahm Gewehr schießt unregelmäßig siehe b) a) Magazin nicht richtig eingesetzt b) Magazin verschmutzt oder verbeult c) Patronenlager verschmutzt d) Fehlerhafte Patronen zur Instandsetzung geben zur Instandsetzung geben zur Instandsetzung geben Magazin richtig einsetzen Magazin reinigen oder neues einsetzen, beschä digtes zur Instandsetzung geben reinigen andere Patronen verwenden. 336/3 Störungen Keine Waffenfunktion beim Schießen mit Manöverpatronen (nur Zischen hörbar) Ursachen Abhilfen Feuchtigkeit an der Schießen mit dieser Waffe Rohrinnenwand; unver- sofort einstellen; Rohr branntes Pulver im Rohr und MPG reinigen. Hinweis: Hinweis: Kann vorkommen, wenn Durch Verdrehen des Dübei Minustemperaturen senbolzens kam die die Waffe längere Zeit Funktion nicht verbessert der Witterung ausgewerden. setzt war. Die Hülsen werden beim Schießen mit Manöverpatronen zu weit ausgeworfen Düsenbolzen am MPG Düsenbolzen am MPG auf auf zu kleinen Gasgrößeren Gasdurchlaß durchlaß gestellt stellen Hinweis: Optimale Einstellung ist erst nach einigen Schüs sen möglich; siehe Nr. 504. Die Hülsen werden mehrmals statt nach rechts/ vorwärts rechtwinklig oder rechts rückwärts ausgeworfen Verschiedene Ursachen Zur Instandsetzung einzeln oder im Zuabgeben sammenwirken aus den Bereichen - allgemeiner Waffen verschleiß - Verschluß, Aus zieher - Auswerfer - Gehäuse Schuß bricht nicht, beim Durchladen wird nur eine Hülse ausgeworfen Munitionsfehler; kein Treibladungspulver (Geschoß steckt im Rohr) Schießen mit dieser Waffe sofort einstellen, zur Instandsetzung geben 401-406 Kapitel 4 Optische Zielgeräte I. Allgemeines 401. Auf das Gewehr G3 können je nach Lage und Auftrag - ein Zieffernrohr, - ein Infrarot-Zielgerät für Handwaffen oder - ein Bildverstärker-Zielfernrohr für Handwaffen innerha