v. Mannlichers Selbstlade-Karabiner und Karabiner-Pistole m/1901 (Wille, 1902)
v.l'1annlichers
Selbst lade- Karabiner
und
Karabiner-Pistole m /Ig>Ol
Von
R. Wille,
Generalmajor z. D.
Mit 136 Bildern im Text und auf 6 Tafeln
BERLIN I90!1
, Verlag von R.Eisenschrnidt
Verlagsbuchhandlung für Militllrwissenschaft
Im Offizier· Verein
•
v. Mannlichers
Selbstlade =Karabiner
und
Karabiner-Pistole m/1901.
Von
R. «<ille1
Generalmajor z. D.
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u6 Bildern im Ce;d und auf 6 Cafdn.
ßerlin 1902..
Q?erf~g t'On. (F. <l;ifenfcßmi~t.
Verl ags buchhandlung für Militärwissenschaft
lm Oftiz{er- Verein.
Vorbemerkung.
Diese Schrift bildet eine Fortsetzung meines vor kurzem erschienenen Büchelchens: "v. Mannliehars Selbstlade-Pistole m/ 190 1"*),
auf des sen Vorwort ich daher Bezug nehme.
Alle Rechte vorbehalten.
Da in beiden Arb eiten lauter nahe verwandte und sogar einige
völlig gleichartige Gegen tände behandelt sind während die Anordnung
des Stoffs fast dieselbe ist , so mag es vielleicht natürlich erscheinen,
dass sie sich in manch en Beziehungen gegenseitig ergänzen , dass
aber auch einzelne Wiederholungen nicht zu vermeiden waren.
B e r l in , den 16. Februar 1902.
Der Verfasser.
*) Berlin 1902; Verlag von R. Eisenscbmidt.
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Inhalt.
Erster Abschnitt.
Karabiner.
Seite
I. Allgemeine Einrichtung der Waffe
II. Die ein zelnen Teile
1. Lauf . . . . .
2. Laufstellschraube .
3. Gehäuse . . .
4. Lauffeder
5. VersclJiusskolben
fi . Schlagstift .
7. Haltestift
8. Schlagstiftfeder
9. Verschlussfeder
10. Drnckplatte .
11. Führungsspind el
12. Auszieher
13. Auszieherschraube
14. Riegel
15. Riegelwelle .
16. Rahmen . .
17. Schloss- und Magazinkasten
18. Magazin-Haltefeder . .
19. Schraube zur Magazin-Haltefeder
20. Schnepper
21. Schnepperfeder
22. Schnepperschraube
23. Hahn .
24. Schlagfeder
25. Abz ug
26. Schleppglied
27. Schleppgliedwelle
28. Schleppgliedfeder
29. Abzugw elle . .
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30. Abzugfeder
31. Stange
32. Stangenwelle
33. Sicherung
34. Visierblatt .
35 . Yisierblattschraube
36. Visierfeder . . .
37. Visierfederschraube
38 . Schieber . '.
39. Schieberschraube
40. Magazin . .
41. Magazinboden .
42. Zubringer
43 . Zubringerfeder
44. Vorderschaft
45. Vorderschaftkappe
46. Schraube zur Vorderscbaftkappe
47. Kolben
48. Kreuzschraube .
49. Kolbenkappe
50
·} Schrauben zur Kolbenkappe
51.
52 bis 54. Oberer Riemenbügel mit Kloben und Stift
55 und 56. Unterer Riemenbügel mit Kloben .
III. Zusammenwirken der Teile .
IV. Schiessbedarf .
1. Patrone . .
2. Lauestreifen .
V. Zahlenwerte .
1. Waffe . . .
2. Schiessbedarf
::! . Leistung . .
4. Schusstafel .
VI. Gebrauch des Karabiners
1. Füllen des Magazins
2. Feuern . . . . .
3. Sichern und Entsichern
4. Entleeren des Magazins
5. Entspannen des Hahns .
Vll . Zerlegen, Reinigen und Zusammensetzen
1. Zerlegen . .
2. Reinigen . · ·
3. Zusammensetzen
VIII. Kritische Betrachtungen
11
11
11
11
12
12
12
12
12
12
12
13
13
13
13
13
14
14
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14
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18
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21
27
27
27
28
28
28
28
28
29
29
30
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VII
Zahl der
Ansi chte n
52 bis 54. Oberer Riemenbügel mit Kloben und Stift
öö und 56. Unterer Riemenbügel mit Kloben
Zweiter Abschnitt.
.J3
Tafel V.
Karabiner-PistoJ e.
Seit e
I . Einrichtung der Waffe
11. Zahlenwerte
38
39
39
1. Waffe .
2. Schi ess bedarf
3. Leis tung .
111. Kritische Betrachtungen
40
40
.n
Bilder.
Im 'l'ext.
'J' ~ffbildO< i
I.
II .
22
23
24
25
26
Ill .
IY.
V.
Anf flen 'l'afelu.
Tafel I. Karabiner mit geschlosse nem Verschluss und entspa nntem Ha hn , vo n
rechts gesehen ; gefüllt er L adcs treifen.
li. Karabiner mit geö ffn etem Verschlu ss, gespanntem Ha hn und aufgesetztem
l,a des treifen, vo n rechts geseh en.
lll . L a uf mit Gehä use und Vi sier ; Rahm en ; Sc hl oss- und Maga zinkasten
"
mit Sp annh ~bel und Abz ug; Maga zin ; V crschlusskolben und -feder
nebst Führungsspind el ; Ri egel - sämtli ch von rechts gesehen .
I V. Ges amta nsicht des Karabin ers von oben.
Desgl. von rechts mit aufgesetztem Lad estreifen .
.
L ängenschnitt durch { .
1m Augenb!J ck des Abfeuern s
L au f, V ersc II
1 uss,
.
..
Schloss und Ma gaz in
bei g eoffn etem Verschluss.
Za hl de r
P atrone ; L ä ngenscbnitt, Seiten - und hintere An sicht
Ladestreifen { leer ·
g efüllt
2. L a ufstell schra ub e
-1. Lauffeder
.tO. Magazin .
.t1. Magaz inboden
-!2. Zubringer
43. Zubrin gerfed er .
-1-8 . Kreuzschra ube .
Ansichten
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1. Lauf .
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(i. Schlagstift .
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7. Haltestift
2
8. Schlagstiftfeder
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9. Verschlussfeder
1
10. Druckplatte .
2
11. Führungsspindel
1
12. Auszieher
2
13. Auszieherschraube
2
14. Riegel
3
lfi. RiegelweH e
1
16. Rahmen .
3
17. Schloss- und Magazinkasten
3
18. Magazin-Haltefeder .
3
19. Schraube zur Magazin-Haltefeder
2
4
20. Schnepper
21. Schnepperfeder
1
22. Schnepperschraube
2
23. Hahn .
3
24. Schlagfeder
2
25. Abzug
3
26. Schleppglied
3
2
27. Schleppglied welle
1
28. Schleppgliedfeder .
2
29. Abzugwelle
2
30. Abzugfeder .
2
31. Stange
2
32. Stangenwelle
33. Sicherung
3
34. Visierblatt .
2
2
35. Visierblattschraube
3
36. Visierfeder .
2
37. Visierfederschraube
2
38 . Schieber .
2
39. Schieberschraube
2
.J-5. Vorderschaftkappe
46. Schraube zur Vorderschaftkappe
1
Tafel VI. Kara biner-Pistole mit Anschlagtasche, von links und von rechts gesehen .
Erster Abschnitt.
Karabiner.
I. Allgemeine Einrichtung der Waffe.*)
Der Karabiner gehört zur Klass e der mit bew eglichem Lauf
und starrer Verriegelung des Verschlusses versehenen Selbstlader. Der Rückstass des Schusses erteilt dem Lauf, dem Verschluss
und dem diesen aufnehmenden Gehäuse eine geradlinige Bewegung
nach rückwärts; sobald sie eine kleine Strecke in der Richtung der
Seelenachse gemeinsam zurückgelegt haben , stösst das Gehäuse gegen
eine Grenzfläche des Rahmens, der ihm Füluung giebt, und wird
dadurch neb st dem in das Gehäuse eingeschraubten Lauf zum Stehen
gebracht. Gleichzeitig löst sich die Kuppelung, welche den Verschluss
mit dem Lauf verbindet selbstthätig aus; der Verschluss setzt daher
seine Bewegung nunmehr allein fort und gleitet "SO weit rückwärts,
dass er die obere Öffnung des Magazins freilegt; hierbei wird zugleich
die leere Patronenhülse ausgeworfen, sowie die Verschlussfeder und
das Schloss gespannt.
Alsdann schnellt der Druck der gespannten Verschlussfeder den
Verschluss wieder nach vorn, welcher die oberste aus dem Magazin
emporgestiegene Patrone vor sich her in das Patronenlager des Laufs
einführt. Am Schluss dieser Bewegung des Verschlusses wird auch
der wieder freigegebene Lauf nebst dem Gehäuse in die Feuerstellung
vorgeschoben und die Kuppelung des Verschlusses mit dem Lauf
von neuem hergestellt. Die W affe ist also nach jedem Schuss sofort
wieder feuerb ereit, und es bedarf- solange der im Magazin befindliche
*) Alle Zahlen werte siehe unter V, S. 18. -
Über das ältere, ursprüngli ch nur als Pistole a usgestaltete Muster der
Waffe vgl. Oberst Edler von Kromar, Repetier· und automatische Randfeuer·
waffen der Systeme Ritter Ferdinand von Mannlicher; Wien 1900; S. 14 und
Tafel 3±.
W i II e. Selb stlad e-Ka ra bin e r.
1
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Patronenvorrat r eicht - nur . eines Fingerdrucks auf die Abzugzunge,
um den folgenden Schuss abzu geben.
Das Magazin wird von oben mittels eines bei geöffnetem
Verschluss aufgesetzten L a destr e ifen s gefüllt, welcher die Patronen
zu einem Bünd el vereinigt und von dem sie mit dem Finger abgestreift
und in das Magazin binuntergedrückt werden .
D er Lad es treifen zeigt ein e eigenartige Anordnung (System
Mannlicher- Pieper), deren Zweck und Wesen sich dadurch kennzeichnet,
dass die Patron en nicht nur durch Reibung am Ladestreifen. haften,
so ndern vo n sein en Enden zan g enartig umfasst und in ihrer
Führung derart festgehalten werden , dass sie sich erst nach dem Aufsetzen auf die W afl"e - dann aber mit dem d e nkbar geringsten
Kraftaufw a nd - abstreifen lassen.
Das Hab n s eh 1o s s ist längs der Mittellinie des Karabiners
in einem S~:hlo s;: kast en so untergebracht , dass seine sämtlichen
Teile, auch der Hahn , von aussen unsichtbar bleiben; nur die Hahnwelle r agt durch di e rechte W and des S chlos~kas tens hindurch und
trägt an ihrem äus s er~n End e ein en Spannhebel , welcher dazu
dient , ein erseits die Stellun g des Hahns j ederzeit ersichtlich zu
mach Pn, andrerseits das Spann en und Entspannen von Hand zu ermöglichen.
D er Natur des Selbstladers entsprechend , ist das Schloss derart
ein gericlltet, dass unter kein en Umständen zwei oder mehrere Sthiisse
durch e inm a li ges Zurückzi ehen der Abzugzunge in unmittelbarer
Folge abgegeben werd en können ; vielmehr bleibt das Verfeuern jedes
einzeln en Schusses stets vom Willen und der Thätigkeit des Scllützen
abh ängig.
So bald die letzte im Magazin vorhandene P atrone verschossen
i5t, tritt der von einer Zi ckzackfeder bethätigte Zubringer nach oben
au s dem Magazin heraus und in die Verschlussbahn hinein. Der
dadurch in sein er geö ffn eten Stellung festgehaltene Verschluss macht
daher den Schützen mit ein er nicht zu üb ersehenden Deutlichkeit
darauf aufm erk5am, dass das :Magazin entleert ist und, um das Feuer
fortzusetzen, von neuem ge fü!H werd en muss, wozu die Vvaffe ohne
weiteres ber eit ist .
Da die Verschluss feder iu einer fa t bis zur Stirnfläche des
Verschluss es reichenden Bohrung liegt und die Kuppelung de s Laufs
mit dem Verschluss durch einen sich gegen letzteren stemmenden
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Riegel bewirkt wird, während der Hahn, wie gesagt, im Innern des
Schlosskastens spielt, so ist nicht nur die Länge des Verschlusses
auf das kleinste, überhaupt möglicheMassbeschränkt und
eine für den Gebrauch der Waffe unvorteilhafte Vergrösserung
der Anschlaglänge vermieden, sondern auch die zuverlässige
Sicherheit des Schützen dadurch besonders gewährleistet,
dass beim .Arbeiten des Mtlchanismus im Feuer kein einziger
Verschluss- oder Schlossteil aus der widerstandsfähigen
Rückwand des hinten vollständig abgeschlossenen Geh ä u s e s h er a u s tri t t.
II. Die einzelnen Teile.
(S. Tafel IV und V.)
Alle Teile mit Ausnahme des aus Nussbaumholz gefertigten
Schafts, sind von Stahl; ihre Gesamtzahl beträgt 56, und zwar:
1. La1,1f.
2. Laufstellschraube.
3. Gehäuse.
4. Lauffeder.
5. Verschlusskolben.
6. Schlagstift.
7. Haltestift.
8. Schlagstiftfeder.
9. Verschlussfeder.
1 0. Druckplatte.
11. FührungsspindeL
12. Auszieher.
13. Auszieherschraube.
14. RiPgel.
15 . RiPgel welle.
16. Ra.hmen.
17. Schloss- und Magazinkasten.
18. Magazin~Halttlft!der.
19. Schraube zur Magazin-Haltefeder.
20. Schnepper.
21. Schnepperfeder.
22. Sclmepperschraube.
23. Hahn.
24. Schlagfeder.
1*
6
7
V er s c h l u s s f e der (9) aufnimmt. Letztere liegt indes (bei geschlossenem
Verschlus~) nur mit ihrer vorderen Hälfte in der Bohrung, während
der rückwärtige 'l'eil auf der Führungsspindel (11) ruht; erst
beim Öffnen tritt sie nebst der Führungsspindel vollständig in die
Bohrung ein.
Diese Anordnung grstattet, dass der Verschluss s o kurz
wie überhaupt möglich b e me ss en w erde n kann und da ss
er auch w ä hrend de s Öffnens nicht aus dem Gehäuse
heraustritt (vgl. S. 3).
Oben ist die den Stossboden bildende Stirnwand des Verschlusskolbens für den Ausziehe r ( 12) durchbro chen.
Um den Verschluss mit der Hand öffnen zu können, hat er vorn
an seiner oberen Kante ein elt napfartigen, bogenförmig ausgeschnittenen
Griff, dessen abgerundete und senkrecht gerippte Sei'tenflächen dem
Daumen und Zeigrfinger beim Zurückziehen des Verschlusskolbens
einen sicheren Halt bieten. In der napfartigen Höhlung des Griffs
befindet sich die Bohrung mit Muttergewinde für die Auszieherschraube (13 ).
Eine Ab sc hräg u n g am hinteren Ende des Verschlusskolbens
unten lehnt sich bei geschlossenem Verschluss gegen eine entsprechende
Schrägfläche des Riegels (1-:1), der den Verschluss beim Schuss
abstützt.
Der
wand des Verschlusskolben s, and rerseits gegen den vorderen Bund
des Schlagstifts lehnt und diesen daher stets kräfti g nach rückwärts
drückt, so dass seine Spitze nur im Augenblick der Bethätigung
durch den Hahn aus dem Verschluss nach vorn h eraustreten kann .
Die obere weitere Bohrung des Verschlusskolbens nimmt (s. S. 5/6
unter 5) die gleichfalls schraubenförmige
kann sich nur um ein geringes Mas s, das zu seiner Bethätigung eben
hinreicht, vor- und rückwärts bewegen. Seine Verschiebung wird in
beid en Richtungen durch den
ist vor der Druckplatte in der oberen Bohrung des Verschlusskolbens
gelagert und mit der von oben durch den Verschlussgriff gehemlen
7. Haltestift
befestigt. Er wird durch den Druck der Verschlussfeder, welchen die
Druckplatte (1 0) auf seine F u s s platte überträgt, derart fed ernd
bethätigt, dass die Kralle , welche durch einen Ausschnitt an der
hinteren Laufkante in die Seele binein ragt, bei geladener Wafftl in
die ringförmige Rille am Bodtln der Patrone eingreift und beim
Öffnen die leertl Hülse (bezw. die Patrone selbst) mit zurücknimmt.
Der
6. Schlagstift
gehemmt, der in eine flache Ausfräsung am ltinterenBund des Schlagstifts
eingreift. Das rückwärtige abgerundete Ende dieses Bundes ragt aus
der hinten oflt!nen Bohrung des Verschlusskolbens heraus, so dass es
beim Abftluern von dem nach vorn schlage nden Hahn getrofftln und
die Spitze des Seitlagsti fts durch die vordere Mündung der Bohrung
hindurch gegen das Zündhütchen der Patrone geschn ellt wird.
8. Schlagstiftfeder.
Um zu verhüten, dass der Schlagstift, auch ohne durch den
Schlag des H<lhns vorwärts getrieben zu werden , das Zündhütchen
berühren könnte, ist sein Schaft vorn von der schraubenförmigen
Schlagstiftfed er umgeben , die sich einerseits gegen die Vorder-
9. Verschlussfeder
auf, die durch den zurückgleit<'nden Verschlusskolben gespannt wird
und ihn wieder vorschiebt. Sie bethätigt üb erdies den Ausziehe r ( 12)
durch Vermitteluug der
10. Druck})latte,
welche mit ihr dauernd verbunden bleibt.
Damit die bei geschlossenem Verschluss fr ei im Gehäuse
liegende- rückwiirtigtl Hälfte der V erschluss f tlder, während diese gespannt
wird , nicht seitlich ausweichen und sich verbiegen kann , ist sie auf die
11. Führungsspindel
aufgeschoben, welche beim Öffnen mit ihr in die Bohrung des Verschlusskolbens eintritt. Die Feder stützt sich dabei auf den Bund
der Führungsspindel, deren Endzapfen von einer Bohrung in der Rückwand des Gehäuses aufgenommmen wird.
Der
12. A.uszieher
13. A.uszieherscllraube
U. Riegel
stützt sich gelenkig auf ein au~gcrundetes Lager im Unterteil der sehr widerstandsfähigen - hinteren Gehäusewand und ist mittels der
splintförmicren
0
15. Riegel welle,
die nur das Herausfallen des Riegels beim Zerlegen verhüten soll ,
8
zwischen d!ln Wandungen des Gehäuses so gelagert, dass er um da;
Gelenk und die Welle einige Millimeter auf- und abwärts schwinger
kann. Ein in seiner Mitte ausgesparter Schlitz gestattet den
Hahn (23) freien Durchgang. Seine vordere Schrägung legt sict
bei gesch lossenem Verschluss gegen die schräge Stützfläche d et
Verschlusskolbens und bewirkt so die Verriegelung des Ver. •
schlusses bezw. dessen Kuppelung mit dem Lauf. In dieser StellunS
ruht der Riegel auf der vorderen oberen Stufe der in den Schlos s-0\
kasten (17) eingeschobenen Schwelle und kann daher von de~
Stützfläche des Verschlusses nicht abgleiten.
Schiebt der Druck der Pulvergase den Lauf nebst Gehäuse und
Verschluss nach rückwärts , so bleibt die Verriegelung zunächst unberührt, bis der mit dem Gehäuse gleichfalls zurückgehende Riegel von C
der oberen auf die hintere untere Schwellenstufe hinabgleitet und:,E
dadurch den Verschluss freigiebt; dieser setzt nunmehr, vermöge der ed
ihm durch den Rückstoss des Schusses erteilten Bewegungsarbeit,
den Weg allein fort; dagegen wird der Lauf in seiner rückwärtigen~
Stellung dadurch vorläufig fe stgelegt, dass der auf der unteren •
Schwellenstufe ruhende und von dem zurückgleitenden Verschluss~
niedergehaltene Riegel nicht wieder nach vorn gehen kann, also auch ed
das Gehäuse samt Lauf verhindert, unter dem Druck der gespannten ;
Lauffeder (4) vorzugleiten.
riJ
Gleichzeitig mit diesen Vorgängen hat der Stoss der hinteren: :
Stegfläche des Riegels den Hahn in die Spannrast zurück- t%
geworfen.
Sobald dann der Verschlusskolben von der durch seinen Rück- ~
gang zusammengedrückten Verschlussfeder wieder vorgetrieben wird, ~
giebt er dem Riegel, indem er über ihn hinweggleitet, genügenden ...C
Spielraum, um nach oben zu schwingen. Infolgedessen vermag nun .~
die Lauffeder den Lauf nebst Gehäuse und Riegel nach vorn zu
schieben, und der auf die obere Schwellenstufe hinaufgleitende Riegel C
legt sieb mit seiner Schrägung wieder hinter die Stützfläche des ed
Verschlusskolbens : der Verschluss ist verriegelt.
Der
5
ä)
a
C
::e
16. Rahmen
dient zur Vereinigung aller Hauptteile der Waffe.
Seine Seitenwände sind innen mit Nut z n versehen, in denen
das Gehäuse bei seiner Rück- und Vorbewegung durch entsprechende
Leisten geführt wird, während die hintere Grenzfläche den Rückgang
des Gehäuses hemmt. Am vorderen Steg des Rahmen s befindet sich
•
>
9
eine kleine Ausfräsung mit der Stützfläche für die Lauffeder (4),
links die Sicherung (33), unten die Kerbe für den am Schlosskasten (17) angebrachten Schnepper (20). Die Gabel, in welche
der Rahmen rückwärts ausläuft, nimmt den Kolbenhals auf.
17. Schloss- und .Magazinkasten.
Sämtliche 'I' eile des Schlosses sind in einem besonderen Schlos s kasten untergebracht, dessen vorderer Raum zugleich den Magazinkasten bildet. Im hinteren Raum befinden sich die verschiedenen
Aussparungen für die Lagerung der Schloss teile, unten der Abzugbügel , an den Seitenwänden je eine Lei s te zur Begrenzung beim
Einführen und vorn eine dritte Leiste zur fe sten Lagerung des
Schlosskastens im Rahmen.
In die Seitenwandungen des .M:agazinkastens, welche oben zwei
nach innen gebogene Lipp en haben, ist hinten oben die abgestufte
Schwelle für deti Riegel (s. unter 15, S. 8) schwalbenschwanzartig eingeschoben ; in seiner Rückwand, die den Auswerfer trägt,
liegt die
18 . .Magazin-Haltefeder,
welche zugleich als Führung s lei s te für das Magazin dient und
deren Drückergriff unten an der Vorderseite des Abzugbügel s
hervortritt; sie ist mit der
19. Schraube zur Magazin-Haltefeder
befestigt.
Der am Schlosskasten ( 17 ) hinten angeordnete
20. Sclme]lper
ist mit seiner Welle aus einem Stück gefertigt, hat unten eine Höhlung
für die schraubenförmige
21. Schnepperfeder
und links eine kleine Ausfräsung, in welche der Endzapfen der durch
die linke Schlosskastenwand gehenden
22. Schnepperschraube
eingreift. Der Schnepper wird, nachdem er mit der Feder versehen
ist, von der rechten Seite des Schlosskas tens eingeschoben und dann
die Schnepperschraube festgeschraubt. Sein äusserer Zahn hält den
an Ort gebrachten Schlosskasten dadurch fes t, dass er in die Kerbe
des Rahmen s einspringt.
10
ll
Der bogenförmig gestaltete
Die zweischenklige
23. Hahn,
30. Abzugfeder
dessen Kopf vorn eine b
S J1 l
S 11rt
d
R
e ene c ag fl äc he hat und durch den iient zugleich als Stangenfeder; der untere längere Schenkel drückt
1
c z es : ~e ge ls (14) hin du rcJJgreift , ist mit der Hahnwell e den Abzug stetig vorwärts, während der obere Schenkel die
und dem smthch nach aussen reichend en S p a h b l
.
Stück
b ·t t
n n e e aus emem
31. Stange
~ear Cl e . Der Bund am mittleren Teil der Hahnwelle ist
~o.rn fu .r kdas .Horn der Sch l agfeder {l4) abgesetz t und hinten bethätigt, welche Im Schlosskasten um die
czw. 1ln -s mit der Spannra s t f.. d' St
.
A f ··
ur Je
ange (31 ) und mit
32. Stangen welle
. u s ra s un ge n für die Sic h e run g (33) ver' ehen Der S
d es~<e n Zweck schon auf s 2 an()'e b
d ·
pannhebel, schwingt und deren vorderer Arm durch den oberen Schenkel der
·
" ge en wur e hat oben e·
.
.
genffeiten Griff.
'
men Abzugfeder stets aufwärts gegen d1e Spannrast der Hahnwelle
Der Hahn wird mit der Welle von rechts
gepresst wird. Auf den hinteren Stangenarm wirkt das S eh l e p pin die zugehöri~re g 1I. e d (.2 ß) des Ab zugs.
Aussparung des Schloss kastens ei rlD'eschoben
Die zweischenkli()'e
"
·
Wird der Hahn beim Schuss durch den Stoss des Riegels zuo
rückgeworfen, so fallt die Stange sog l eic h in die Spannrast ei n,
2-!. Schlagfeder
wenn auch der Druck des Zeigt>:fingers auf die Abzugzunge no ch
andauert;
denn das Schleppglied , welches die Stange beim Abziehen
liegt mit ihrem vorderen ebenen Schen kel flach an der St'
d
des Sclllosskastens . d
.
trnwan aus der Spannrast gehoben hat, weicht im Augenbli ck des SeJmsses
in F .
. , .' .. er untere Teil des llinteren Schenkd3 bilJet das
nach vorn aus und giebt daher die Stange wieder frei. Lässt der
O I~ eme~ Ktebbogens nach rückwärts ge krö[)fte Horn dess
E II de SJCh O'e()'e d
t
,
en Fingerd ruck auf den Abzug dann nach, so geht letzterer wieder vor,
" " n en un er 23 erwähnten Absatz am Bund der
H a lrnwe11 e leimt.
während das Schleppglied durch die Schleppgliedfeder zurückgedrückt
Der
wird und erst bei erneutem Abziehen abermals auf den hinteren Arm
der Stange zu wirken vermag.
25. Abzug
t rägt das
Souac h wird der Hahn auch d ann in gespanntem Zu26. Schleppglied,
stand er h alten, wenn d er Zeigefinger de s Schützen di e
welches mit ihm durch die
zurückgezogene Abzugzunge nicht so fort l oslässt. Durch
einmaliges Abziehen kann daher unter allen Umständen nur ein
27. SchleppgliedweHe
einziger Sc hu ss abg!'geben werden. (B etr. Zweck und Notwendigvorbanden ist und von der sc hraub enförmi()'en
keit aie ser Vorkehrung vgl. S. '2.)
"
Die
28. Schleppgliedfeder
33. Si cher n11g
~ tets nach rückwärts gedrückt wird.
in Gestalt eines zweiarmigen Heb els ist mit einem Zapfen nebst
Warze in die linke Seitenwand des Rahmen s ( 16 ) drehb ar eingelegt.
Die unter 25 bis 28 genannten Teile werden
auch beim ZerDer nach rechts gekröpfte hintere Arm ragt mit sein em oben und
legen der Waffe nicht voneinander getrennt.
hinten gerippten Knopf aus der Rückwand des Rahm ens hervor und
DurclJ die Querbohrung des Abzugs g reift die
trägt an der linken Seite sein es Halses eine längli che Warze,
29 . .Abzngwelle,
durch welche die Sicherung abwe chselnd in einer ihrer beid en
Stellun gen festgelegt wird. Der vorde re, vorn nach innen gebogene
mit welcher der .Abzug zwischen den Seitenwänden
drehbar gelagert ist.
des Schlosskastens
Arm greift in die seitlichen Aa sfräsungen am Bund der Hahnwelle
ein (s. unter 23, S. 10).
V
12
Um zu sichern, wird der Knopf aufwärts, zum Entsichern
abwärts gedrückt. Es kann sowohl bei gespanntem wie bei entspanntem Hahn gesichert werden.
Das Vi sie r gehört zur Gattung der Treppenvisiere und
besteht aus Blatt , Feder und Schieber nebst drei Schrauben.
Das
34. Visierblatt
ist zwischen den oberen, treppenartig abgestuften Gehäusewangen
(s. unter 3, S. 5) mittels der
•
s.,....
0\
-e
35. Visierblattschraube,
die ihm als Welle dient, drehbar gelagert und wird von der
förmigen
welche mit der
36. Visierfeder,
37. Visierfederschraube
am Gehäuse befestigt i st, stetig ab wärts gedrückt.
Das Visierblatt trägt den Visierkamm mit Kimme und den
beweglichen
38. Schieber
mit geraubten Seitenflächen.
rückwärts wird durch die
begrenzt.
Die Bewegung des Schiebers nach
39. Schieberschraube
~
-g
-=
1;:,;
~
~
Die tiefste Visierstellung entspricht einer Schussweite bis zu
200m. Ruht der Schieber auf der hinteren , mittleren oder vorderen
Stufe der Wangen , so ergeben sich die Erhöhungen für bezw 300,
400 und 500 m. Die Entfernungszahlen sind (unter Fortlassung der
Nullen ) in die obere Fläche des Visierblatts eingeschlagen.
(Über das Korn s. unter 45, S. 13 .)
Das
40. l\Iagazin
wird von unten in den Magazinkasten (17) eingeschoben und durch
die Magazin-Hai tefeder (18) festgelegt. Eg hat die Gestalt eines
vierseitigen, oben offenen und vorn flach abgerundeten Bel1älters von
Stahlblech mit gelochten Seitenwänden, die oben zwei nach innen
gebogene Lippen bild en. In die Rückwand ist rechts eine senkrechte
•
>
13
Führungsnut für die Führungsleiste des Zubringers (42) eingestanzt. Seitenwände und Stirnwand sind am unteren Rand zu einem
Falz umgebogen, in den der
41. Magazinboden
eingeschoben wird.
Die Anordnung, dass das Magazin (durch einen Fingerdruck auf
den Drücker der Magazin-Haltefeder) aus dem Magazinkasten nach
unten herausgenommen werden kann, hat lediglich den Zweck, ein
bequemes Entleeren zu ermöglichen; das Füllen geschieht ausnahmslog
von oben durch Au(setzen des Ladestreifens und Abstreifen der
Patronen in das Magazin.
42. Zubringer.
Die Platte des Zubringers ist oben mit einer einseitigen,
keilförrnig abgeschrägten Rippe versehen; da die Patronen im Magazin
sich in zwei senkrechten Reihen lagern, so bewirkt die Rippe, dass
die Patronen der ein'en Reihe höher als die der andern liegen und
dass beide Reihen mit einem Teil ihres Querschnitts ineinander
greifen; die Patronensäule nimmt daher nach Höhe und Breite einen
möglichst kleinen Raum ein.
Die Rückwand des Zubringers trägt eine Führungsleiste,
welche über die Rippe empor- und bei leerem Magazin und geöffnetem
Verschluss so weit in die Patroneneinlage hineinragt, dass der Verschluss in seiner geöffneten Stellung erhalten wird.
Im Innern des Magazins liegt ferner die
43. Zubringerfeder,
welche in Form einer Zickzackfeder aus rechteckig gebogenem Draht
hergestellt ist; sie stützt sich unten auf den Magazinboden (4 1)
und trägt den Zubringer (42), welchen sie stetig nach oben drückt.
Der röhrenförmige
44. Yorderschaft
hat vorn krei srunden , hinten elliptischen Querschnitt; er umgiebt
den Lauf ringsnm und fast in dessen ganzer Länge. Zu seiner Befestigung dient hinten ein Ausschnitt, in welchen der untere Ansatz
des Laufs hineinragt, vorn die
45. Vorderschaf'tkappe,
die das flache dachförmige Korn auf hohem Korn fu s s trägt.
ist durch die
Sie
14
15
46. Sc hraube zur Yorderscllaf'tkappe
und den Schuss abfeuert, ind em sein e Spitze in das Zündhütchen
befestigt, deren Schaft in die Haft an der Laufmündung (s. unter der im Lauf befindlichen Patron e eindrin gt.
.
1
S. 4) eingreift.
Der Druck der Pulvergase a uf den Seelenboden sch1ebt den
Der Vorderschaft nimmt sonach an jeder BewPgung des LauflYerschluss nebst Lauf, Gehäuse und Riegel zurück, bis die Berührung
teil; um daher dPssen Rück- und Vorgang beim Schuss nicht z,der Stossfläche des Gehäuse5 mit der Grenzfläch e des Rahmens diese r
bel1indern, ergreift der Schütze zum Feuern mit der linken Han!Bewegung ein Ziel setzt.
statt des Vorderscl~afts den Magazinkasten, dessen Gestalt diesen
Während des Rückgangs dieser bewegli chen Gruppe gleitet der
Zweck besonders angepasst ist.
Vorderteil des Riegels, der sich in der Feuerstellun g gegen die
Der
rückwärtige Schriignng des Verschlusses stemmte und diesen daher
47. Kolben
mit dem Lauf kupp elte, von der erhöhten vorde ren Stufe seiner
wird vorn von der Gabel des Hahmens (16) gehalten, mit der e,Schwelle auf deren hinteren vertieften Ab satz hin ab, schwingt al so um
durch die
sein Gelenk nach unten und giebt infolgedessen den Verschluss frei.
48. Kreuzscltraube
Diese r setzt nunm ehr seinen Rückweg allein fort und hält
verbund en i st. Am Kolbenhals befindet sich eine Hand s tütze mil währenddem zugleich den Riegel nieder, so dass er nicht nach oben,
Fischhaut (sogen. Pi s tolen sc häftung), welche bei j eder Art de1 also auch nicht nach vorn ausweichen kann. Dies~ Sperrun g des
Ansch lags das feste Einziehen des Kolbens in die Schulter wesentlic1 Riegels macht den Grgendruck der L auffeder unwuksam, welche
erleichtert und förd ert.
durch den Rückgan g des L aufs gespannt worden war und die nun
Das untere Hirnende des Kolbens ist mit der
bestrebt ist, den Lauf wieder in die Feuerste llun g vorzutreiben .
Rirgel, Gehäuse und L auf sind deslt alb gezwungen, vorläufig in ihrer
49. Kolbenkappe
rückwärtigen Stellung zu verharren .
beschlagen, die von den beid en
Gleichzeitig l~at der Stoss, welchen der znrückgeschossene Riegel
50 und 51. Schraube n zur J{olb enkappe
dem durch den Riegelschlitz hindurchragenden Hahn erteilt:, l etzteTen
gehalten wird.
nach rückwä rts geworfen und gespann t; in dieser Lage wird er durch
die
Stange festgehalten, die sofo rt wieJer in die Spannrast der Hcthn~
52 bis 5:!. Oberer Riemenbügel mit Klob en UIJ{l Stift.
welle einfällt.
55 nucl 56. Untet·er Uiemenbügel mit IUoben.
Inzwischen i st die von der Kralle des Ansziebers erfasste leere
Am Vorderschaft ist der Kloben (52) zum oberen Rieme n · Patronenhül:.ie aus dem Lmf en tfe rnt word en und mit dem Yerschluss
bügel (5 ±) mittels des Stifts (53) angeb racht, während der Klob e n zurückgegangen, bis die Unterkante ihres Bodens gegen den Auswe rfer
(5ii) zum unteren Riemenbügel (56) in den Kolben einge· stösst und sie dad urch nach oben hinausgeschleudert wird. Da d ie
schraubt wird.
obere Öffnung des M;lgazins eben falls freigelegt ist , so hebt der Druck
der Zubringerfeder die oberst e Patron e aus dem Magazin bis in die
Verschluss bahn.
III. Zusammenwirken der Teile.
Die gelad ene Waffe wird bei gespanntem und entsichertem
Hahn durch einen Fingerdruck auf die Vorderfläche der Abzucrzunge
Der Verschlusskolb en , in welchem der Sch-lagstift seine (h intere)
in T hätigke it gesetzt.
"
Ruhe- oder Sich0rheitslage mittlerweile schon wieder angr nommen
Das ZurückziPhen der Zunge hebt rli e Stange aus der Spannrast hat, wird nach V ulll!nd un g der rückwä rtigen Bewegung von der dadurch
der Hahnwellil, und der Kopf des dadurch frei crewordenen YOn der gespannten Verschlussfed er abermal s nach vorn geschn ellt und seili ebt
,.,
'
S ~ l1lagfeder bethätigten Hahns trifft mit seiner
Schlagfläche den zugleich
die aus dem l\facrazin empo r(J'estiegene Patrone vor sich her
.
1D
den
Lauf.
]unteren Bund des Schlagstifts, welcher nach vorn getrieben wird
~
~
16
17
Sobald der Verschluss auf diesem Wege über den Riegel hinweggegangen ist , erhält dieser von neuem Bewegungsfreiheit und kann
mit seinem Vorderteil von der unter en Stufe längs der nach vorn
ansteigend en schiefen Ebene seiner Schwelle auf- und vorwärts gleiten.
Während daher die Lauffeder nunmehr in Wirksamkeit tritt und den
Lauf neb st Gehäuse und Riegel in die Feuerstellung befördert, erhalten
auch die Schrägflächen am Verschluss und Riegel gegenseitige Anlehnung, so dass die Kuppelung zwischen Lauf und Verschluss
wiederhergestellt wird.
Ausziehars und für die Ränder des Ladestreifens (s . unten) dient k ein
vorstehender Bodenrand, sondern eine ringförmige, dem Hülsenboden
Zündhütchen und Zündgleichlaufend e Rille (Eindrehung).
glocke zeigen die übliche Anordnung.
Alle diese Bewegungen im Mechanismus der Waffe, so verwickelt
und umständlich sie scheinbar sind, vollziehen sich vermöge der augenbli cklichen Kraftäusserung der arb eitend en Pulvergase naturgernäss
mit grösster Schnelligkeit im Bruchteil einer Sekunde. Selbst der
gewandteste und geübtaste Schütze, dessen Muskel n seinem Willen
in unmittelbarer Folge gehorchen , ist daher ausser Stande, den Druck
des Zeigefingers auf die Abzugzunge, durch den er den Schuss abgefeuert hat, wieder aufhören zu lassen, bevor die Waffe abermals
geladen und schussbereit ist. Dies hat indess kein erlei Bedenken,
da j a der in die Spannrast zurückgeworfene Hahn durch die Stange
gesperrt wird.
gekröpft ist .
Als S eh i e s s mit t el dient uuchsch waches NitrocelluloseBlättchenpulver von 500 g/1 Raumgewicht und 1,53 Dichte. Die
Blättchen haben 1 25 bis 1,30 mm Seite und sind 0,09 bis 0,10 mm
der Nitrocellulose beträgt 12 9 °/o.
s t ark . Dei. Stickstoff!:rehalt
"
Giebt der Schütze schliesslich die Abzugzunge frei , so dass sie
nach vorn schwingen kann , und zieht sie dann von neuem zurück,
so wiederholt sich mit dem L osgehen de s nächst en Schusses alsbald
das gleiche Spiel des Mechanismus.
IV. Schiessbedarf
(S. Tafel IV.)*)
1. Patrone.
Sie setzt sich aus Hülse, Geschoss und Pulverladung zusammen .
Die messingene R ül s e hat die gewöhnliche F laschenform un d
gliedert sich in den walzenförmi gen Ge s chossraum , die steil kegelförmige Schweifung, den schwach kegelförmigeu Pulv erraum und
den Boden mit Zündhütchen. Als Angriffsfläche für die Kralle des
*) Mit lVIassangaben versehene Bilder des Geschosses und eines L adest r e if ens von ganz ähnlicher Einrichtung wie der hier beschri ebene findet man
in Wille, v. Mann li eherB Selbstlade-Pistole m/1901; Berlin 1902; S. 14 bis 16.
Das Geschoss hat die Gestalt eines abgestumpften, vorn spitzbogenförmig auslaufenden Kegel -· . Der Kern von Hartblei (Le~ieru~ g
aus Blei und Antimon) tritt nur am Boden zu Tage und wud 1m
übrigen von dem aus nickelkupferplattiertem Stahlblech hergestellten Mante l rings eingeschlossen, dessen Bodenrand nach vorn
2. LadestreifeiL
Er besteht aus einer flach kreisbogenförmig gekrümmten Stahlblechschiene, deren Längsränder nach unten und oben derart gekröpft
sind da s sie eine an der Innenseite über der Schiene offene Rinne
' Bei gefülltem Ladestreifen greifen ilrre oberen Flansche in
bilden.
die unter 1 erwähnten Rillen der Patronenhülsen ein und verhind ern
o jede Verschiebung oder das Herausfallen der P atronen nach d e r
Seite. Um eine ebenso sichere Lagerung auch in der Läng s richtun g
des Ladestreifens zu erzielen, ist an seiner Rückseite eine stählerne
Flac hfeder eingelegt und in der Mitte von zwei nach innen gekröpften L a pp e n der Schiene fe tgehalten; zu ihrer Versteifun g
dienen zwei eingepresste Querrippen und eine mittlere Längsrippe:
nahe den Enden, in der Verlängerung der beiden Quenippen, ist sie
mit je zwei seitlich vorstehenden uncl nach vorn um ge bogenen Na se n
verse hen die in schwalbenschwanzfö rmigen Ausschnitten der Längs' Streifens ruhen . Den Zweck diese r Yier Nasen s. unten.
rände r des
Di e beiden E nd en der Feder sind doppelt gek röpft. liegen in
Ausschnitten der Schiene und bilden zwei Kra ll e n , wel che üb e r
die V or derfläche d es L ades treifen s vorragen. Beim Einführen
der P atronen in letzteren muss daher der betr. Krallenteil der Feder
jedesmal zurückgebogen werd en, was sich durch einen sanften Druck
mit der Boden kante der einzuschiebenden P atrone leicht und ohne
Zeitverlust bewirken lässt. Nach dem F üllen des Ladestreifens werden
19
18
die Patronen von den wieder nach vorn federnden Krallen zangenartig
umfasst und so festgehalten, dass sie sich selbst bei r oher und
gewaltsamer Behandlung, geschweige denn bei dem gewöhnlichen
Gebrauch unter keinen Umständen vom Ladestreifen trennen. Trotz
der grossen Widerstandsfähigkeit der Schiene wie auch der F eder ist
es immer noch leichter, einen dieser Teile unter beträchtlichem Kraftaufwand zu zerstören, als eine einzige Patrone unbeschädigt von
ihnen loszulösen, ohne vorher die Feder zurückzubiegen.
Andrerseits aber lassen sich die Patronen beim Füllen de
Magazins mit grösster Leichtigkeit vom Ladestreifen trennen . Dieser
scheinbare Widerspruch ist in ebenso einfacher wie sinnreicher W eise
durch folgende Vorrichtung gelöst:
Die in die Innenflächen der beiden Seitenwände des Gehäuse
eingeschnittenen Nuten (S. 5 unter 3), welche das unten befind liche E nde
des Ladestreifens aufnehmen, sind vorn mit Schrägfläc h e n versehen, von denen die beiden unteren Nasen der Feder nach rückwärts gedrängt werden, sobald man auf die oberste Patrone im L adestreifen einen leichten Druck ausübt. Das Zurückweichen der Nasen
überträgt sich in verstärktem Mass auf das unterste Ende der Feder
neb t der sperrenden Kralle, welche den Patronen somit den W eg
zum Magazin freigeben muss.
V. Zahlenwerte.
Karabiners .
I'
{.
L aU18 l
•
r
Länge J
·
des - der gezogenen Teils {
'tl
Geschosswegs im Lauf .
Visierlinie .
Höhe
Breite
} des Karabiners
Drall-1länge {
winkel
Grösst er L aufdurchmesser am } Patronenlage r {
Grösste L aufweite im
mit leerem Magazin
Gewicht des Karab iners {
" gefülltem "
Zahl seiner T eile .
7 ,65 { +0, 03 mm
-0,02 "
735,00 mm
300,00 "
39,22 Kaliber
266,00 mm
34:,7 7 Kalib er
280,00 mm
385,00 " *J
77,00 " **)
31,00 "
{
-:-:-) Dies :Mass gilt für die tiefste Visierstellung; den Sch ussweiten von
300 unü -!00 m entspricht eine Länge der Visierli nie von 384 bezw . 383 mm.
''"'') Von Oberkante Gehäuse bis Unterkante Magazinkast en.
335,00 mm
4
0, 12 "
2,93 "
3,08 "
Rechts
:250,00 mm
32,6 8 Kaliber
5 ° 30'
20,0 0 mm *)
10,00 "
1775,00 g
183 7,40 "
ii6
2. Schiessbed arf.
Patrone
Geschoss
1. Waffe.
Laufweite (zwischen den Feldern)
Anschlaglän ge ·
Zahl .
Tiefe
Breite
Feld erbreite
richtung
Züge
lLänge . . .
Gewicht
. .
Hülsenfüllun g .
r·g·
{
Grösster Durchmesse r
Gewicht.
Querdichte .
P ulver- { Gewicht. . . .
ladung
Ladungs ver hältn is
Hülse
{L
äage
Gewicht (leer) mit Zündhütchen
desgl.
in °fo des P atron engewichts
Lade- { Pakonmahl .
L eergewicht .
streifen
desgl. in Ofo des gefüllten L adestreifens
~- )
:35,00 mm
10,4 0 g
90, 00 °/o
14,00 mm
1,83 Kaliber
7,82 mm
5,53 g
12,02 gfqcm
0,45 g
0,08
25,00 mm
4,45 g
42,8 0 °/o
6 **)
9,25 g
12,91 °/o
Im Achtkant ; vo r dem Achtka nt 15 rum.
-x-~-) Der Karab in er wird a uch für ei ne Magaz in fü llun g von s i e b e n Patronen
eingerichtet ; der L adestreifen is t dann um eine n Patronendurchmesser länger
und das Magazin 7 mm tiefer als bei der a ueler n Ausführun gsform der W a ffe
für 6 P a tronen .
20
21
3. J. . eistung.
.JI ün dungsgesch win digkei t
ganze . . . . . . . .
Mündungs- auf 1 Dekagramm der Waffe
arbeit
" 1 Decigramm der Ladung
" 1 Quadratmillimeter Querschnitt
Rückstassarbeit .
Gesamtgewicht der beim Sclm s zurückgleitenden 'r eile
(Lauf, Vorderschaft, Verschluss und Gehäuse mit
Riegel) .
Länge des Rückgangs dieser Teile
l
Höchster Gasdruck
:Mittlerer
"
Verhältnis des mittleren Gasdruck" zum höchsten
100 m, Schnellfeuer
H öhen1 00 , , freihändi g .
streuung
auf
Trefffühigkeit**)
Breitenstreuung
anf
f
I
J
100 " , )
200 " ,
J
1
aufgel egt
l
l
300 " '
l-1- 'I'afeln Flusseis enAuf 10m
DurchE tc
ble ch von j e 0,9 5 mm
n 1ernun()'0
d
Stärke = . . . .
schlagleistung
~ wler leln
9 tannene Bretter von
üurc JSC 1 agen
.. k e =
je .30 mm St ar
Feuergeschwi ndigkei t.
gezielt .
Schusszahl in 30 Seku11d en
im mechanischen
( einseh t. Erneuerung rl e r
Schnellfeuer
Magazinfüllung )
J
l
Jl
J
Entfernung
m
0
0
0
1
100
200
aoo
6::35,00 g
4,00 mm
25
1395 _
at
17
-±95 at
1 : 2,8 2
530 mm
630
2 0
710
"
800
"
730
"
600
"
300 ,,
580
910
{+
I Fall-
Geschossgeschwindi g- Flugzeit:
winke!
keit
Sekunden
m
Grad. l\'Iin. I Grad. l\'Iin.
Abgangs-
-±00
500
1
14
3250
12
38
0
0
I
1
:2
15
34
2
41
33
0,28
0,!18
0,96
1,:1:3
1,95
3i'i0
290
2-51
2-24
198
Scheitelhöhe
Scheitelabstand
m
m
0,26
0,70
1,38
:2,63
4,70
121
17:2
22-±
-
275
))
10 0 m, )
200 m,
aufgelegt
300 m,
100 m. Schnellfeuer
100
freihändig.
1
4:. SchusstafeL ':')
-±50,00 m
57, l mkg
0,3 2 "
12 ,69 ))
0, l 9 ))
0 , l9
')
))
"
13,3
270,0
1~
l
... ) Dieser Wert gilt nur für die als star r es Sys tem betrachtete Waffe·
bei dem Selb stlad er winl aber die Einwirkung des Rii ckstosses auf die Schul tet
des Schii tzr n clmch rlie hinter dem Seclenborlcn ringeschaltete n hrwegli chen uni
federnd en Zwischen gli eder erh eblich abgeschwiicht. S. a. S. 37.
-=<--:-:- ) Treffbilder s. S. 22 bis 2fi.
-%·) Für 1.206 kgfcbm
<·:+:+) Die Blechtafeln waren mit j e 10, die Bretter mit je 3ll mm Abstand
1000Geschosses
voreinander aufges tellt.
=
Luftgewicht
und
bei
einem
Formwert
des
22
23
Treffbild I.
Treffbild II.
E n t f e r nun g : 100 m.
Entfernung: 100 m.
5<l Schuss, Schnellfeuer.
42 Schuss, freihändig.
Höhenstreuung: 58 cm;
Breitenstreuung : 73 cm.
Höheustr eunng: 63 cm;
Breiteustreuun g: 60 cm.
.
•
•
•
• ••
.• •.• • ••
.
. • •• •• ••
• .
.. •
.
•
•
•
.. • .
•
lo
~
~.
•
Massta.b 1 : 12,5.
Quadratseite
ö cm .
Masstab: 1 : 12,5.
.
.....
.· :·
..
Quadratseite
ö cm.
24
25
Treffbild III.
Treffbild IV.
E n t f e r n u n g : 100 m.
E ntfern u ng
54 Schuss, a ufgelegt.
H öhenstr euun g: 28 cm :
200m.
GO Schuss, a ufgelegt.
Breitenstr euun g: 30 cm.
Höhcnstrcuung: 71 cm: