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Historical Document · 1893

German Patent DRP 75,837 — Borchardt, Selbsttätige, besonders als Repetirpistole verwendbare Feuerwaffe (1893)

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Hugo Borchardt's German patent for the C-93 self-loading pistol, granted from 9 September 1893: full specification and three drawing sheets (Figs. 1–19), including the three-position schematic of the toggle ('Froschgelenk') rising as the breech opens.

Author
Hugo Borchardt
Year
1893
Type
Historical Document
Language
German
Credit
Kaiserliches Patentamt, 1893. Public domain. PDF from the DPMA register.
  • borchardt
  • c-93
  • toggle lock
  • froschgelenk
  • patent
  • self-loading pistol

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German Patent DRP 75,837 — Borchardt, Selbsttätige, besonders als Repetirpistole verwendbare Feuerwaffe (1893)

1 PATENTSCHRIFT — M 75837 — KLASSE 72: ScHusswArFEN UND GESCHOSSE. HUGO BORCHARDT ın BERLIN. . Selbstthätige, besonders als Repetirpistole verwendbare Feuerwaffe. Patentirt im Deutschen Reiche vom 9. September 1893 ab. Den Gegenstand der Erfindung bildet eine Feuerwaffe, speciell eine Repetirpistole, bei der durch den Rückstofs beim Abfeuern der Ver- schlufs geöffnet, die leere Hülse ausgezogen und ausgeworfen, der Schlagbolzen gespannt, die in den Laderaum aus dem Magazin ein- getretene Patrone in den Lauf geschoben und der Verschlufs bewirkt wird, so .dafs die Pistole zum Abfeuern wieder fertig ist. In der Zeichnung stellen Fig. + und 2 die neue Pistole in der linken Seitenansicht und von oben gesehen in geschlossenem Zustande dar. Fig. 3 ist ein axialer Horizontalschnitt in ge- schlossenem gespannten Zustande. Fig. 4 ist ein verticaler Längsschnitt in ab- gefeuertem Zustande, Fig. 5 . eine theilweise geschnittene linke Seitenansicht in geschlossenem Zustande. Fig. 6 zeigt die Pistole ganz geöffnet und theilweise axial und vertical geschnitten. Fig. 7 ist ein verticaler Querschnitt der Fig. 5. Fig. 8 bis ı2 zeigen das in den Griff ein- schiebbare Patronenmagazin und Einzelheiten in verschiedenen Ansichten und Schnitten. Fig. 13 ist eine Oberansicht des Laufes 5 mit seiner gabelförmigen Hülse h, Fig. ı4 eine Seitenansicht, Fig. ı5 ein verticaler Querschnitt durch die Hülse h, Fig. 16 eine Seitenansicht des Grif tii Fig. 17 bis tg zeigen die schematische’ Dar stellung der Theile beim Oeffnen des Ver- schlusses in drei Stellungen. L_ Die Pistole besteht aus vier Haupttheilen, nämlich dem Kolben k, der mit dem Abzugs- bügel und dem Schlofskasten a ein Stück, das Griffstück, bildet, dem Lauf b, der sich mit seiner gabelförmigen Hülse h in dem Schlofs- kasten führt, dem Verschlufsblock c mit Schlag- bolzen d, Froschgelenk ff!, Federn und was sonst dazu gehört, und der Abzugseinrichtung. Patronenmagazin, Sicherung etc. sind vor- gesehen. Die Munition besteht aus Metall- patronen mit Zündhütchen im Boden, welche aus einem im Kolben k untergebrachten Blech- magazin m durch eine Feder m® vor den Ver- schlufsblock c gebracht werden, sobald der letztere seine äufserste Lage nach hinten er- reicht hat, und welche nach ihrem Einschieben in den Lauf 5b und nach geschehenem Ver- schlufs durch den beim Abdrücken vor- schnellenden Schlagbolzen d abgefeuert werden. Der dabei auftretende Rückstofs treibt den Lauf b zusammen mit der Hülse h, welche die beweglichen Theile des Schlosses trägt, in den Nuthen des Schlofskastens a nach hinten. Am Ende. der Hülsenarme h befindet sich eine Querwelle h!, die das hintere Glied f! des zwischen den Hülsenarmen liegenden Frosch- gelenkes trägt, und deren vorstehende Enden sich in einem Schlitz des Schlofskastens a (in Fig. ı punktirt angegeben) führen und den Rückgang ‘des Laufes begrenzen. Diese Schlitze ‚sind ‘durch Deckplatten h? bedeckt, welche die lle Ai: gegen * seitliche ' Das “hintere’Ende des Gliedes fi ist verbreitert, so dafs es zwischen die Wände des Schlofskastens a pafst, und trägt mehrere Rei- bungsrollen f?, deren Bestimmung weiterhin Verschiebung erklärt werden wird. Das vordere Ende des Gliedes f! ist zu einem auf beiden Seiten über die Hülse h hinausgreifenden Griff g_ ver- breitet, um den Verschlufs mit der Hand öffnen zu können, und in der Mitte mit dem hinteren Ende des vorderen Gliedes f des Froschgelenkes gelenkig verbunden. Das vordere Ende des Gliedes f ist an den Verschlufs- block c auf dessen Oberseite angelenkt und besitzt auf seiner linken Seite eine nach unten vorspringende Nase, Fig. 6, die. von vorn gegen den Abzugsstollen d' des im Innern des Verschlufsblockes c liegenden Schlagbolzens d einwirkt. Der Verschlufsblock c gleitet mit zwei Seitenrippen in Nuthen, die in den Innenflichen der beiden Hülsenarme h vorge- sehen sind (Fig. 7). Die linke Seitenrippe ist wiederum der Länge nach genuthet, um dem Schnabel des. Abzugshebels i freie Bahn zu geben (Fig. 3 und 6), so dafs er den in diese Nuth hineinragenden Abzugsstollen d! treffen, gegebenenfalls beim Vorschieben des Verschlufsblockes c festhalten und auf diese Weise den Schlagbolzen d spannen kann. Der Schlagbolzen d ist, abgesehen vom Stollen d, hohl und wird von einer in ihm liegenden Schraubenfeder bethätigt, deren hinteres Ende sich auf die Verschraubung des hinteren Endes der Höhlung des Verschlufsblockes c stützt (Fig. 4). Das vordere Ende des letzteren ist für den Patronenboden ausgefräst, oben mit einem federnden Auszieher j mit Kralle aus- gerüstet und unten mit einem Einschnitt ver- sehen, in den der federnde Auswerfer | ein- tritt, sobald der Verschlufsblock c seine äufserste Stellung nach hinten einnimmt. Der Schlofskasten a ist an seinem hinteren Ende geschlossen bis auf die für die Federn no nöthigen Durchbrüche, und geht die Form der Hinterwand des Gleitstückes a! aus Fig. 3, 4, 5 und 6 hervor. Durch zwei Ohren am äufsersten Ende ist eine Schraube p gezogen, die einestheils eine Schutzkappe p!, die zwi- schen die Wände des Schlofskastens a einge- setzt ist, festhält, anderentheils dazu dient, die Schlufsfeder n in der richtigen Lage zu halten. Das kürzere Ende dieser Feder n legt sich gegen die untere Hinterwand des Schlofs- kastens a, dann biegt sich die Feder n um eine auf die Schraube p gesteckte Rolle und geht in schlankem Bogen an das untere Ende der in passender Ausnehmung des hinteren Gliedes f! des Froschgelenkes schwingenden Kette n!, deren Seitenwarzen sie mit . zwei Krapfen erfafst (Fig. 4). Eine zweite Feder, die Bufferfeder o, wird im hinteren unteren Theil des [email protected] den;.Quer3 stift 0! festgehalten. -Der...vordere gi Theil dieser Feder 0 ist nach. oben ‘geb: und gestattet der Feder n, gegebenenfalls: zwi- schen den Blättern der Gabel durchzutreten. Beim Abfeuern der Pistole wird, wie schon erwähnt, der Lauf 5 und die Arme der Hülse h mit der Querwelle h! nach hinten getrieben, bis die Rollen f? des Gliedes f! an das Gleit- stück a! anstofsen und durch die Form .des- selben gezwungen werden, nach unten hin zu gehen. Dädurch hebt sich das Froschgelenk um sein Mittelgelenk nach oben und der Ver- schlufsblock c geht nach hinten, bis die Stellung der Theile wie in Fig. 6 erreicht ist. In dieser Stellung wird auch die leere Patronen- hülse, die an den Auswerfer J stöfst, ausge- worfen, nachdem sie gleich nach Beginn dieser Bewegungen vom Auszieher j aus dem Lauf gezogen war. Der Rückstofs und die dadurch erzeugte kinetische Energie der bewegten Theile überwindet dabei die Spannung der Schlag- bolzenfeder und der Schlufsfeder x, so dafs die Bufferfeder o, welche die Rollen f? auf- fängt, nur noch wenig zu thun hat, um jene nach hinten wirkenden Kräfte aufzuheben. Da- durch übt die Pistole beim Schiefsen so gut wie gar keinen Stofs auf die Hand des Schützen aus. Sobald nun die Rückstofsarbeit verbraucht ist, treten die gespannten Federn in Thätigkeit. Die Feder n zieht das Frosch- gelenk ff}, anfangs unterstützt von der Fe- der 0, wieder gerade, der Verschlufsblock c schiebt die vorgesprungene Patrone in den ebenfalls wieder nach vorn gegangenen Lauf 6 und der Abzugsstollen d! wird dabei vom Schnabel des Abzugshebels i in gespannter Stellung festgehalten. Diese Bewegungen gehen so schnell vor sich, dafs das Auge denselben nicht folgen kann und der Finger, der die. Abzugszunge q gezogen hat, gar nicht die Zeit hat, dieselbe loszulassen. Damit der Ab- zugsstollen d! den Schnabel des Abzugs- hebels i dennoch wieder vorgesprungen vor- findet, wenn der Verschlufsblock c den Ver- schlufs bewirkt, besitzt der Hebel i an seinem vorderen Ende einen Stift i}, der ganz in eine axiale Bohrung des Hebels i, entgegen einer Schraubenfeder, zurückgehen kann, hervor- gedrückt aber unter dem abgeschrägten Ende des Abzuges g!, Fig. 5, liegt. Der auf der linken Seite des Schlofskastens a vor dem Kolben %k liegende, in einer kreisbogenförmigen Nuth des Schlofskastens a geführte und durch eine Deckplatte in derselben festgehaltene Ab- zug g! ist mit der durch eine Feder nach vorn bethätigten Zunge g und der Gegen- zunge g? aus einem Stück, Die seitliche Lage dieser Theile hat Veranlassung gegeben, die Zungen g und g? und damit auch den Abzugs- bügel aus der Mittelebene der Waffe einseitig nks’ zu legen, obschon diese Theile auch “Mittelebene gebracht werden könnten. “Der. hintere Arm des Hebels i, also auch sein “Schnabel, wird durch die Feder i? stets nach innen gedrückt. Die Fig. 5 feuern. Wird die Zunge g nach hinten ge- zogen, so gleitet das obere abgeschrägte Ende des Abzuges g' über den Stift 7! und drückt dieses Ende des Abzugshebels i nach innen, wodurch das hintere Ende, der Schnabel, den Abzugsstollen d! des Schlagbolzens d frei- giebt: der Schufs geht los. Durch den Rück- gang des Laufes 6 und der Hülse h wird auch der an letzterer sitzende Hebel 7 nach hinten bewegt und der Stift i! unter dem Abzug g! nach hinten vorgezogen, so dafs der Schnabel des Hebels i durch die Feder 7? nach innen gedrückt wird. Der mit dem Verschlufsblock c wieder nach vorn springende Abzugsstollen d! bleibt am Schnabel des Hebels i hängen und der Schlag- bolzen d wird gespannt. Nun geht dabei aber auch der Hebel 7 nach vorn und der Stift i! trifft auf den hochgeschobenen Abzug g! von hinten und geht dabei in die Bohrung des Hebels i hinein. Ein Loslassen der Zunge g bezw. ein Nachvornbewegen der Gegenzunge g? bewegt das Ende des Abzuges q! nach unten, so dafs der Stift i! in seine normale Stellung vorschnellen kann. Die Waffe ist wieder fertig : zum Abfeuern. Die Patronen liegen in einem passenden Blechmagazin m, welches in den hohlen Kol- ben k von unten eingeschoben und in seiner Lage durch einen federnden Schnepper r, Fig. 5 und 6, gehalten wird, der in einen entsprechenden Ausschnitt m! am oberen Ende der vorstehenden Rippe, in der die Blech- wände vereinigt sind, einschnappt (Fig. 9 bis 12). Ein Druck auf den an der linken Seite des Schlofskastens a vorstehenden Schnepper r macht das Magazin m frei, so dafs es an seinem unteren Griffstück #2? nach unten aus dem Kolben %k herausgezogen und durch ein gefülltes ersetzt werden kann. Die Patronen werden gegen den Druck der dieselben nach oben treibenden Feder m*, Fig. 11, im Maga- zin m dadurch festgehalten, dafs die Seiten- wände desselben übergreifende Lippen nt be- sitzen, welche die hintere Hälfte der obersten Patrone theilweise übergreifen (Fig. 8 und 9). Die Hinterseite des Magazins m ist oben etwas ausgerundet, so dafs der nach vorn gehende Verschlufsblock ¢ die oberste Patrone nach vorn aus den Lippen m? heraus und in den Lauf schieben kann. Der Schnepper r, Fig. 5, 7 und 12, wird durch die Flachfeder r!, die zugleich unter den Sicherungsschieber u greift, um letzterem eine sanfte Bewegung zu er- zeigt die Waffe fertig zum Ab- | Lo) theilen, bethatigt. Der Sicherungsschieber 1 gleitet und wird geführt (Fig. 1, 2, 5 und 7 in einer vertical in die linke Aufsenwand des Schlofskastens a eingeschnittenen passenden Nuth. Wenn nicht gesichert ist, steht die Oberkante des Schiebers uw mit der des Schlofs- kastens a bündig, Zum Sichern wird der Schieber u nach oben über den hinteren Arm des Abzugshebels i hinter einen Ansatz des- selben geschoben, wodurch derselbe verhindert wird nach aufsen auszuweichen, und wodurch auch der Lauf 5 mit der Hülse h unbeweglich gemacht ist. Zugleich wird damit die Zunge g festgestellt, weil der Abzug g! über dem jetzt unbeweglichen Stift 7! des vorderen Armes des Hebels i lieg. Sowohl der Sicherungs- schieber wz, als auch der Schnepper r wird bequem mit dem Daumen der rechten Hand, welche die Pistole am Kolben k hält, be- thätigt. Das Visir v ist oben auf dem Gleit- stück a! des Schlofskastens a, das Korn v! auf dem Lauf 6 am vorderen Ende ange- bracht, wodurch ein sehr genaues Zielen er- möglicht wird. PaTENT-ANSPRUCHE: 1. Selbstthätige, besonders als Repetirpistole verwendbare Feuerwaffe mit Kastenmagazin, dadurch gekennzeichnet, dafs an der mit dem Lauf /b) fest verbundenen Verschlufs- hülse /h) die Verschlufs- und Abfeuerungs- vorrichtungen angebracht sind, während das Griffstück (a), in dessen Führungen die Verschlufshülse hin- und hergleitet, die zum selbstthätigen Oeffnen und Schliefsen des Verschlusses dienenden Vorrichtungen trägt und das Kastenmagazin in seinem Kolben aufnimmt. 2. Eine Ausführungsform der unter ı. ge- kennzeichneten selbstthätigen Feuerwaffe, bei welcher ein den Lauf (6b) und den Verschlufsbolzen (c) verbindendes Knie- gelenk (ff!) beim Rückgang der Ver- schlufshülse dadurch aus seiner die Ver- riegelung bewirkenden Strecklage gebracht wird, dafs ein Arm (f?) des einen Gelenk- theiles /f!}) gegen eine in dem Griffstück angeordnete gekriimmte Anschlagfläche (a!) anstöfst. 3. Eine Ausführungsform der unter ı. bezw. 2. gekennzeichneten selbstthätigen Feuer- waffe, bei welcher die gekrümmte Anschlag- fläche (a!) in Bezug auf den Lauf jenseits des Kolbens /k) liegt. Hierzu 3 Blatt Zeichnungen. BERLIN. GEDRUCKT IN DER REICHSDRUCKEREL ZUINIINASHIIIUB BAG WINYA 'N9OLOHA "L98SL NW YHYSsluaeg Jop nz IE T NZZ re EN 1222227722220 EOE EWES SSS zT ' ayemlanaz OJeQHUaMJEA sjojsidinadey spe Suapuoseg ‘aiEYYSIaS aeg NIIT SI LOYVHOUOY ODNH HUGO BORCHARDT ın BERLIN. 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